ESA-Sonde Rosetta: Warten auf ein Lebenszeichen
Die ESA-Sonde Rosetta ist darauf programmiert, am heutigen Montag aus ihrem zweieinhalbjährigen Tiefschlaf aufzuwachen und dann zur Erde zu funken. Die ESA begleitet die letzten Stunden vor dem erwarteten Signal auf vielen Kanälen.
Astronomen in aller Welt warten darauf, dass sich die ESA-Sonde Rosetta am heutigen Montag zurückmeldet. Um 11 Uhr (10 Uhr UTC) soll sie aus ihrem zweieinhalbjährigen Ruhemodus aufwachen und mit den Vorbereitungen für ihr Lebenszeichen an die Erde beginnen. Das erwartet die Europäische Weltraumagentur frühestens ab 18.30 Uhr oder in den kommenden Tagen. Läuft alles nach Plan, sollen dann die Vorbereitungen für den herausforderndsten Teil der Mission beginnen: Das Einschwenken in eine Umlaufbahn um den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko und das Absetzen des Landers Philae. Doch dazu muss sich die Sonde nun melden, immerhin könnte sie auch mit etwas kollidiert und irreparabel beschädigt sein.
(Bild:Â ESA)
Die Ereignisse am heutigen Montag will die ESA mit einem Livestream begleiten, mit dem Interessierte die Wartezeit überbrücken können. Außerdem pflegen die Verantwortlichen einen Blog. Dort findet sich unter anderem eine interaktive Visualisierung der langen Reise Rosettas durch unser Sonnensystem. Und schließlich soll auch der offizielle Twitter-Account der Mission aufwachen, sobald das erwartete Signal empfangen wird.
(Bild:Â ESO / C. Snodgrass (Max Planck Institute for Solar System Research, Germany))
Während im Kontrollzentrum in Darmstadt auf das Lebenszeichen von Rosetta gewartet wird, hat die ESA das jüngste Foto des Kometen Tschurjumow-Gerasimenko veröffentlicht. Es wurde am 5. Oktober 2013 vom Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) aufgenommen und zeigt den 4 Kilometer messenden Himmelskörper als kleinen Fleck. Die berechnete Position des Kometen stimmt demnach mit der Beobachtung überein, weitere Aufnahmen von der Erde aus sollen im Februar folgen.
Rosetta soll Tschurjumow-Gerasimenko im Herbst erreichen und in eine Umlaufbahn einschwenken. Dann soll der Komet genau untersucht und eine Landestelle für Philae gesucht werden. Läuft dann alles weiter nach Plan, wäre der Lander das erste Gerät von Menschenhand, das auf einem Kometen aufsetzt, nachdem bislang nur einer beschossen wurde. Auf Tschurjumow-Gerasimenko soll Philae hochauflösende Fotos machen und die Oberfläche des Kometen analysieren. (mho)