US-Senator will terroristische Inhalte aus YouTube löschen lassen
Googles Online-Dienst will nicht der Aufforderung des Senators Joseph Lieberman nachkommen, Al-Qaida-Videos pauschal aus YouTube zu löschen.
Der US-amerikanische Senator Joseph Lieberman hat Google aufgefordert, Videos, die von Al Qaida und anderen terroristischen Vereinigungen produziert wurden, aus dem Online-Angebot YouTube zu entfernen. In einem Brief an Google-CEO Eric Schmidt schreibt der frühere demokratische, mittlerweile parteilose Politiker, die Videos zeigten Angriffe auf US-amerikanische Streitkräfte und Zivilisten, Waffen-Training, aufwieglerische Reden von Al-Qaida-Führern und anderes Material, das zu Gewalt gegen den Westen anstifte.
Viele Videos seien mit dem Zeichen der Al Qaida gekennzeichnet, wie kürzlich eine Untersuchung des US-Kongress ergeben habe, schreibt Lieberman. So sei es für Google leicht, die Inhalte auszufiltern und aus seinem Angebot zu löschen. Durch Überarbeitung seiner Richtlinien für die Veröffentlichung von Videos könne YouTube seinen Beitrag zum Kampf gegen den Terrorismus leisten.
Das YouTube-Team schreibt in seinem Weblog, Lieberman habe bereits vergangene Woche vorgefühlt und um die Löschung einiger Inhalte gebeten. Bei einigen Videos mit Gewaltdarstellungen und Hasstiraden sei YouTube dem Wunsch nachgekommen, bei der Mehrzahl der angemahnten Inhalte sei aber kein Verstoß gegen die YouTube-Grundsätze erkennbar gewesen. Dort heißt es unter anderem: "Wir unterstützen die Redefreiheit und räumen dieses Recht jedem ein, auch bei unpopulären Standpunkten. Wir gestatten jedoch keine Hassreden, die eine Gruppe aufgrund von Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung, Geschlecht, Alter, Veteranenstatus oder sexueller Orientierung/Geschlechtsidentität angreifen oder erniedrigen."
Lieberman habe in seinem Brief gefordert, dass sämtliche Filme mit Al-Qaida-Logo entfernt werden. Für das YouTube-Team wiege aber das Recht auf freie Meinung schwerer. Die Nutzer sollen anhand des dargebotenen Materials ihre eigenen Eindrücke gewinnen können und hätten auch die Möglichkeit, derlei Inhalte zu kommentieren oder ein Antwortvideo zu veröffentlichen. Zudem gebe es auch die Option, anstößige Inhalte zu melden. (anw)