ESA-Sonde Rosetta meldet sich nach zwei Jahren Tiefschlaf zurĂĽck

Wie erhofft hat sich die ESA-Sonde Rosetta aus ihrem zweieinhalbjährigen Tiefschlaf zurückgemeldet. Das ersehnte Signal wurde von einer Radioantenne der NASA empfangen und im ESA-Kontrollzentrum bejubelt.

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Die ESA-Sonde Rosetta hat sich nach ihrem zweieinhalbjährigen Tiefschlaf zurückgemeldet. Um 19:18 Uhr MEZ empfing die 70-Meter-Radioantenne der NASA am Goldstone Deep Space Communications Complex in Kalifornien das erhoffte Signal. Zuvor hatten die Anwesenden im Kontrollzentrum der ESA und Tausende per Livestream im Internet gebannt auf die Anzeigen gestarrt und gewartet. Die Sonde der Europäischen Weltraumagentur befindet sich auf dem Weg zu dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko, auf dem sie später den Lander Philae absetzen soll. Wenn das bevorsteht, wird die Sonde in den zehn Jahren, die sie unterwegs ist insgesamt rund 6 Milliarden Kilometer zurückgelegt haben.

Rosetta meldet sich zurĂĽck (4 Bilder)

Hello world!

Das lange erwartete Signal (Bild: ESA)

Das Deep Space Network der NASA hatte am heutigen Montag am Goldstone Deep Space Communications Complex in Kalifornien um 15:35 Uhr zum ersten Mal nach einem Signal von Rosetta gesucht. Aber planmäßig hatte Rosetta erst nach 18 Uhr damit begonnen, im S-Band (Mikrowellenbereich) zu senden. Dieses Signal benötigte 45 Minuten zur Erde. Neben Goldstone suchen ab 19:15 Uhr auch eine 70-Meter-Antenne der NASA in Australien und ab 21:34 Uhr eine ebenfalls in Australien stehende 35-Meter-Antenne der ESA nach Lebenszeichen von Rosetta. Parallel dazu senden nun die NASA-Antennen den Befehl an Rosetta, mit der Telemetrie zu beginnen.

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Verschiedene Fragen zum Tiefschlaf, der nun hinter Rosetta liegt, hatte die ESA bereits in aller Ausführlichkeit beantwortet. So war die Sonde nicht komplett stillgelegt: Der Computer und Heizungen liefen weiter, um die Sonde vor dem Einfrieren zu schützen. Aber da alle Sender und Empfänger abgeschaltet waren, gab es für zweieinhalb Jahre keinen Kontakt zwischen Rosetta und der Erde. Nach dem internen Wecksignal ging Rosetta in einen abgesicherten Modus über, berechnete anhand der Sternenkonstellationen die eigene Position, drehte sich zur Erde und begann zu funken. Kommunizieren kann die Sonde derzeit nur mit den großen NASA-Antennen, und zwar bis die Sonde der Erde wieder so nahe gekommen ist, dass die kleineren der ESA ausreichen.

Computergenerierte Darstellung von Rosetta

(Bild: ESA–J. Huart, 2013)

Die Europäische Weltraumagentur wird nun prüfen, in welchem Zustand sich die Sonde befindet, die sich dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko derweil weiter mit großer Geschwindigkeit nähert. Sind einmal alle Instrumente geprüft, ist für Ende Mai ein Korrekturmanöver geplant. Dabei soll Rosetta auf den endgültigen Kurs gebracht werden, um schließlich in eine Umlaufbahn um den noch 8 Millionen Kilometer entfernten Steinbrocken einschwenken zu können. Hat das auch geklappt, soll der Komet eingehend studiert und außerdem ein Landeplatz für Philae gesucht werden. Der soll im Herbst auf dem rund 4 Kilometer messenden Kometen aufsetzen und die Oberfläche erforschen. In der ganzen Zeit fliegt das Dreigespann in Richtung des Zentrums unseres Sonnensystems. Welche Veränderungen der Komet dabei durchläuft, wird für die Astronomen besonders spannend zu beobachten sein. (mho)