Millionen-Preisgeld für tragbare Energieversorgung

In den USA geht am Wochenende ein Erfinderwettbewerb des Verteidigungsministeriums zu Ende. Aufgabe des "Wearable Power Prize" ist die Entwicklung eines mobilen Energieversorgungssystems für Soldaten. Dem Sieger winken 1 Million Dollar.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Sollen künftig weniger schleppen müssen: Soldaten der US Army

(Bild: US Army)

In den USA geht an diesem Wochenende ein hochdotierter Erfinderwettbewerb zu Ende, den das US-Verteidigungsministerium (DoD) im vergangenen Jahr ausgeschrieben hat. Aufgabe des "Wearable Power Prize" des DoD ist die Entwicklung eines mobilen Energieversorgungssystems, das künftig von Soldaten bei Kampfeinsätzen getragen werden soll, um damit zuverlässig Kommunikations- und Navigationsgeräte, Nachtsichtbrillen oder auch elektronische Waffensysteme betreiben zu können. Dass die Aufgabe alles andere als trivial ist, zeigen schon die ausgelobten Preisgelder: Der Sieger erhält 1 Million US-Dollar, der zweite Platz wird mit 500.000 Dollar belohnt, und der Drittplatzierte kann sich immerhin noch über 250.000 Dollar freuen.

Angemeldet hatten sich bis November 2007 insgesamt 169 Teams, die es sich zutrauten, ein maximal 4 Kilogramm schweres Energieversorgungssystem sicher an der Außenseite einer sogenannten MOLLE-Militärweste zu befestigen. Nach den Vorgaben muss es in der Lage sein, 96 Stunden lang eine elektrische Leistung von durchschnittlich mindestens 20 Watt bereitzustellen. Aus den 169 Teams wählte das für die Durchführung des Wettbewerbs zuständige DDR&E (Department of Defense Research and Engineering) Mitte April zunächst 107 und aus diesen Anfang September noch einmal 48 Teams aus, deren Produkte als besonders vielversprechend eingeschätzt wurden.

Jetzt wurde das Teilnehmerfeld noch einmal verkleinert: Derzeit durchlaufen die 20 besten Systeme (PDF-Datei) des Wettbewerbs im "Marine Corps Air Ground Combat Center" in Twentynine Palms (Kalifornien) einen 92-stündigen Dauertest, bei dem unterschiedliche Spannungen (14 und 28 Volt Gleichspannung) erzeugt und genau definierte Spannungsbereiche eingehalten werden müssen. Teams, die danach noch im Rennen sind, werden mit ihrem System am Samstag in einen vierstündigen Feldtest geschickt, der Aufschluss darüber geben soll, ob die entwickelten Konstruktionen auch wirklich praxistauglich sind. Bestehen mehrere Systeme alle Prüfungen, gewinnt das System mit dem geringsten Eigengewicht.

Details zu den Techniken der einzelnen Teams veröffentlicht das US-Verteidigungsministerium nicht, den Teilnehmern wird aber ein großer Spielraum (PDF-Datei) gelassen. So dürfen etwa Flüssigbrennstoffe für den Antrieb von kleinen Motoren ebenso genutzt werden wie ausgewählte chemische Energieträger für Brennstoffzellen-Konzepte. Beobachterangaben zufolge setzen die Teams vor allem auf hochgezüchtete Lithium-Battery-Packs und Brennstoffzellen. Unter die letzten 20 hat es neben 19 nordamerikanischen Teilnehmern im Übrigen auch ein Team aus Europa geschafft: Unter Leitung eines US-Amerikaners (dies ist Teilnahmevoraussetzung) hat die ETH Zürich ein eigenes Ingenieurteam vor Ort. Ob sich die Reise über den Teich auch finanziell gelohnt hat, wird sich am Samstag bei der Siegerehrung zeigen. (pmz)