Suse arbeitet an Live-Patching-Technik fĂĽr den Linux-Kernel
Über das für März angekündigte kGraft sollen sich Sicherheitslücken im Linux-Kernel beheben lassen, ohne das System neu starten zu müssen.
Suse arbeitet an einem kGraft genannten Framework, ĂĽber die sich Linux-Kernel zur Laufzeit verändern lassen. Ăśber solches Live-Patching können SicherheitslĂĽcken des Linux-Kernels behoben werden, ohne das System neu starten zu mĂĽssen. Das von Suse-Entwickler VojtÄ›ch PavlĂk angekĂĽndigte kGraft ist derzeit aber noch ein einfacher und unpolierter Prototyp, den die Entwickler im März veröffentlichen wollen.
Ein Live-Patching des Linux-Kernels gelingt schon seit knapp sechs Jahren mit Ksplice. Die kernel-seitige UnterstĂĽtzung fĂĽr Ksplice hat es aber nie in den offiziellen Linux-Kernel geschafft. Nachdem Oracle die Firma hinter Ksplice 2011 ĂĽbernommen hat, kam die Wartung der Open-Source-Werkzeuge zum Erliegen, die Ksplice-taugliche Live-Patches erzeugen und in den Kernel einpflanzen. Letztlich gelingt Live-Patching mit Ksplice daher dieser Tage nur mehr mit dem Ksplice Upstrack genannten Angebot von Oracle. Dies wird fĂĽr Linux-Distributionen von Suse nicht angeboten; fĂĽr Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ist die Offerte kostenpflichtig.
Auch kGraft soll aus zwei Teilen bestehen. Die Userland-Werkzeuge zum Live-Patching will Suse unter der GPLv3 veröffentlichen. Die kernel-seitige UnterstĂĽtzung soll unter GPLv2 stehen. Anders als bei Ksplice lassen sich mit ihr nur komplette Funktionsaufrufe des Kernels austauschen, was die Möglichkeiten laut PavlĂk aber nicht sonderlich einschränke. Diesen Ansatz haben die Entwickler bewusst gewählt, um das Codedesign einfach zu halten und auf einige Techniken des offiziellen Kernels zurĂĽckgreifen zu können, die in den letzten Jahren entstanden sind. Die Entwickler streben eine Integration in den Hauptentwicklungszweig von Linux an; wenn das gelingt, dĂĽrfte sich die Technik mit beliebigen Distributionen nutzen lassen. (thl)