Drahtloses Netzwerk mit sichtbarem Licht

Eine US-Forschungsgruppe will die drahtlose DatenĂĽbertragung mittels Licht wiederbeleben und nutzt dazu LEDs, die als Sender und als Beleuchtung dienen.

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Von
  • Reiko Kaps

(Bild: Boston University)

In einem auf zehn Jahre angelegten Forschungsprojekt wollen US-Wissenschaftler der Boston University, des Rensselaer Polytechnic Institute und der University of New Mexico eine optische Kommunikationstechnik entwickeln, die wie WLAN Daten übertragen soll und die bestehenden Funktechniken sogar ablösen könnte.

Das Übertragungssystem nutzt einzelne LEDs als Datenquelle, die sich schnell schalten lassen und gleichzeitig zur Raumbeleuchtung dienen. In ihrem Prototyp eines LED-Access-Points haben die Forscher sowohl Sender als auch Empfänger verbaut. Wie der Leiter des Forschungsprojektes (Smart Lighting Engineering Research Center) Tom Little gegenüber heise Netze mitteilte, benötigen dabei nur die als Access Point arbeitenden Decken-LEDs ausreichend Leuchtkraft für die Raumausleuchtung. Die Datenübertragung zu Geräten wie PDAs oder Notebooks funktioniere zwar auch mit Streulicht, am besten aber mit einer direkten Sichtverbindung – was laut Little eine der Herausforderungen für die Forscher sei. Eine mögliche Lösung sei eine Empfangseinheit, die Daten omnidirektional, also wie ein Kugelmikrofon, empfängt. Außerdem lasse sich die Übertragungsrate je nach Ausrichtung anpassen: Langsame Raten beim omnidirektionalen Empfang, höhere bei ausgerichteten Sendern und Empfängern. Dieses Verhalten passe auch zur Nutzung dieser Geräte, fügte er hinzu. Schließlich benutze man sie nicht unter einem Tisch oder in Taschen.

Die Forscher sehen die begrenzte Reichweite ihres Lichtübertragungssystems sogar als Sicherheitsmerkmal: Das Übertragungsmedium durchdringt weder Wände noch Türen. Die Übertragungsraten sollen sich zeitabhängig anpassen lassen. Im ersten Schritt wollen die Forscher Geschwindigkeiten von 1 bis 10 MBit/s erreichen.

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(rek)