Netzbetreiber htp treibt Breitbandausbau per FTTB-Strategie voran
Der regionale Netzbetreiber liefert mit seinem Projekt ein Beispiel für den Breitbandausbau: per Glasfaser bis zum Haus und von dort per VDSL zum Teilnehmer. Der dazwischen vermittelnde DSLAM passt sogar in ein Handköfferchen.
Der Telekommunikations-Dienstleister htp hat im Stadtgebiet von Hannover eine Reihe von Mietshäusern mittels VDSL und FTTB-Technik an sein Glasfasernetz angeschlossen. Die Bewohner haben nun Breitbandzugänge, die bis zu 100 MBit/s liefern.
htp setzt dabei auf Fibre-to-the-Building (FTTB), also Glasfaser bis zum Gebäude. So versorgt das Unternehmen rund 3.400 Haushalte. Als Zugangsknoten setzt htp den Mini-IP-DSLAM MileGate 2011 von Keymile ein. MileGate 2011 koppelt die Mehrfamilienhäuser über die Glasfaser mit 1 GBit/s an das htp-Kernnetz an. Die Teilnehmer wiederum sind per VDSL-Technik über hausinterne Telefonkabel an den DSLAM angebunden. Als Aggregationsknoten setzt htp den MileGate 2310 ein. Ein Exemplar versorgt bis zu 144 MileGate-2011-DSLAMs.
Lüfterloses Handköfferchen
So weit, so üblich. Die Hardware-Wahl des Netzbetreibers wirft aber ein interessantes Schlaglicht auf die DSLAM-Entwicklung: Der MileGate 2011 ist lüfterlos und gerade mal so groß wie ein Handköfferchen (380 mm x 340 mm x 105 mm). Die erste Generation der VDSL-DSLAMs ist noch schrankgroß und braucht zur Kühlung einen Lüfter. Die Outdoor-DSLAMs sind im Grunde als Ersatz für Kabelverzweiger konzipiert (Fiber-to-the-Curb-Methode), stehen unter freiem Himmel und versorgen gleich ganze Straßenzüge.
Der MileGate 2011ist hingegen für die hausinterne Installation gedacht und lässt sich direkt aus der Stromversorgung des Hausnetzes speisen. Die Miniaturisierung hat aber auch Nachteile. Der kleine MileGate versorgt lediglich bis zu acht Teilnehmer. Er lässt sich bei Bedarf aber über zwei elektrische 100/1000BaseT-Anschlüsse immerhin kaskadieren, um weitere Teilnehmer über die gleiche Glasfaser anzuschließen. (dz)