Zu wenig Geld für die Energieforschung

Ein Bericht der UN kritisiert, dass weltweit nach wie vor nicht genug in die Entwicklung klimafreundlicher Stromquellen investiert wird.

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Von
  • Kevin Bullis

Ein Bericht der UN kritisiert, dass weltweit nach wie vor nicht genug in die Entwicklung klimafreundlicher Stromquellen investiert wird.

Mitte Januar beschloss der US-Kongress, mit einem neuen Budgetgesetz einen Teil der vor kurzem zusammengestrichenen Forschungsausgaben für den Bereich Energie erneut freizugeben. Zuvor waren sie durch automatische Haushaltskürzungen stark gekürzt worden. In einigen Segmenten wurden die Ausgaben damit sogar deutlich erhöht, beispielsweise in der Nuklearwissenschaft.

Doch die scheinbar guten Nachrichten für Freunde der Cleantech-Forschung sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Viele Experten glauben, dass die Bewältigung der Herausforderungen im Bereich der Energieversorgung, insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel, deutlich mehr Finanzmittel benötigt. Verschiedene Gruppen – einmütig vom Umweltverbund bis zur Industrielobby – rechnen damit, dass die heutigen Ausgaben für die Energiewissenschaften verdreifacht werden müssten, um die Innovationspipeline zu füllen, die notwendig ist, um den Klimagasausstoß endlich spürbar zu reduzieren.

Diese Forderungen werden nun von einem neuen Bericht unterstrichen, den die Vereinten Nationen beauftragt haben. Das Papier ging in einer Vorabfassung an verschiedene Medien. Darin heißt es, der Anteil der gesamten Energieversorgung aus Quellen mit geringem CO2-Ausstoß – von der Solar- bis zur Atomkraft – müsse sich verdoppeln oder verdreifachen. Ansonsten drohe eine globale Erwärmung um mehr als zwei Grad Celsius – das ist der Wert, den einige Forscher noch für einigermaßen beherrschbar halten.

Aktuell sieht es nicht danach aus, dass dies erreicht werden kann. Stattdessen bewegen wir uns im Weltmaßstab sogar in Richtung Vergangenheit. Die Nutzung fossiler Energieträger wächst schneller als die der erneuerbaren und der Anteil der CO2-armen Atomkraft geht zurück. Regierungen auf der ganzen Welt geben nach wie vor mehr für die Subventionierung fossiler Energieträger aus als für den Wechsel zu klimafreundlichen Stromquellen.

Die Antwort könne vermutlich nicht sein, sofort alle Staatsgelder für fossile Energieträger zu sperren, sagen Experten. Das würde zu einem Desaster führen, insbesondere für die armen Regionen in der Welt, die billigen Strom und billigen Treibstoff benötigen. Doch die Subventionen müssen dennoch auf absehbare Zeit abgebaut werden, meint die UN. Gleichzeitig müssten schneller bezahlbare grüne Alternativen her. Und das geht nur durch mehr Forschung. (bsc)