Qwest will überregionales Netz verkaufen
Käufer für das Netz, das Sprach- und Datenverkehr für andere Carrier transportiert, könnten laut US-Medien AT&T und Verizon sowie der Medienkonzern Time Warner und der kleinere Anbieter Level 3 Communications sein.
Der drittgrößte US-Telekommunikationskonzern Qwest will sein überregionales Telefon- und Datennetz verkaufen. Der Preis könnte bis zu drei Milliarden Dollar (2,3 Mrd. Euro) betragen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider.
Die Suche nach einem Käufer für das Netz, das Sprach- und Datenverkehr für andere Carrier transporiert, befinde sich noch in einer frühen Phase. Mögliche Interessenten seien die US-Branchenführer AT&T und Verizon sowie der Medienkonzern Time Warner und der kleinere Anbieter Level 3 Communications. Qwest wollte sich auf Anfrage der Zeitung nicht äußern.
Bei einem Verkauf des Fernnetzes würde Qwest das ganz überwiegend im Westen der USA liegende lokale und regionale Geschäft bleiben. Im Unterschied zu AT&T und Verizon hat der Konzern mit Sitz in Denver (Colorado) keine eigene Mobilfunksparte, die bei den Konkurrenten das rückläufige Festnetzgeschäft mehr als ausgleicht.
Allerdings dürfte es nach der Meinung von Brancheobachtern für Qwest schwierig sein, tatsächlich einen Käufer für das Netz zu finden: In der Wirtschaftskrise sind die Telekommunikationsfirmen vorsichtig mit Investitionen geworden, außerdem sind Kredite für solche Deals derzeit schwierig zu bekommen. Laut dem Wall Street Journal meinen informierte Kreise zu dem möglichen Deal aber, AT&T und Verizon könnten auf Einsparungen hoffen, die durch die Umstellung der Regierungs- und Firmenkunden von Qwest auf die eigenen Netze und die Abschaltung des Qwest-Netzes zu erzielen seien. (jk)