Datenanalysen für Office 365
Unter dem Namen PowerBI (für Business Intelligence) hat Microsoft Webdienste vorgestellt, mit denen man große Datenbestände aus Excel oder anderen Quellen statistisch auswerten, visualisieren und mit natürlichsprachlichen Abfragen durchsuchen kann.
PowerBI für Office 365 heißt Microsofts am gestrigen Montag freigegebener Service zur Analyse großer Datenbestände und zur Präsentation der Ergebnisse. Bestandteile der gehosteten Software sind unter anderem die schon länger verfügbaren Werkzeuge PowerPivot und Power View. Damit lassen sich die Inhalte womöglich riesiger Excel-Tabellen im Arbeitsspeicher des Servers wie mit einer Pivot-Tabelle interaktiv arrangieren und anzeigen. Die Ergebnisse kann man über den Dienst Power Map unter Zuhilfenahme von Bing Maps auch geografisch einordnen und zum Beispiel als Kataster darstellen.
(Bild: Microsoft)
Mittels Power Query für Excel kann man einmal mit der zugehörigen Formelsprache (PDF) ausgetüftelte Abfragen über SharePoint Online quasi als Business-Intelligence-Webseite für Kollegen freigeben. Dabei parst der Dienst die in der Abfrage aufgeführten Quellangaben und erstellt daraus einen Anwender-orientierten Datenkatalog mit sprechenden Bezeichnern, an dem sich berechtigte Nutzer dann bedienen können. Wer sich dafür nicht mühevoll in die Syntax für Power Query einarbeiten mag, soll seine Abfragen mit dem ebenfalls neuen Feature Q&A auch in natürlicher (englischer) Sprache vorbringen können. Einige Anwendungsbeispiele und Demo-Videos finden sich auf Microsofts Homepage für PowerBI.
Mit seinen Gebühren richtet sich PowerBI eindeutig an professionelle Anwender: Wer Microsoft Office 2013 Professional Plus installiert hat oder Office 365 Pro Plus abonniert, kann PowerBI für monatlich 40 US-Dollar je Benutzer dazu abonnieren. Wer weder die neueste MS-Office-Version noch Zugang zu SharePoint Online hat, ist mit monatlich 52 US-Dollar dabei. Gewerblichen Nutzern, die schon ein Abo für die Office-365-Pläne E3 oder E4 unterhalten, offeriert Microsoft PowerBI bis zur Jahresmitte zur monatlichen Einführungsgebühr von 20 US-Dollar, danach werden es 35. Testzugänge sind kostenlos verfügbar. Außer per Web-Browser ist PowerBI auch mit einer App aus dem Windows-8-App-Store bedienbar.
Auch wenn der Hersteller keine Angaben zur Sicherheit der auswertbaren Daten etwa gegenüber behördlichen Recherchen macht, sorgt er doch für maximalen Schutz bei vegessenem oder verlorenem Passwort. Zur Registrierung des Verwaltungs-Kontos erfragt er nämlich zwingend nicht nur eine E-Mail-Adresse, sondern auch eine Mobilfunknummer. (hps)