Fotografie mit Tageslicht: Architektur
Bei Architekturaufnahmen spielt die Lichtgebung eine große Rolle. Besonders dann, wenn man von bekannten Gebäuden Aufnahmen machen möchte, die von klassischen Ansichten abweichen. So kann es sein, das besondere Beleuchtungssituationen nur zu bestimmten Tages oder sogar Jahreszeiten möglich sind.
- Michael Jordan
In der gewohnten Umgebung ist es einfach festzustellen, wann die Sonne für die geplante Aufnahme günstig ist. Wer jedoch Aufnahmen an einem entfernten Ort machen möchte, kann sich mit Hilfsmitteln wie beispielsweise dem Sonnenkalkulator Suncalc den Sonnenstand an jedem Ort zu jeder Uhrzeit anzeigen lassen. Damit dann Aufnahmen erfolgreich entstehen können, muss natürlich auch das Wetter mitspielen. Doch so lässt sich im Vorhinein leicht ermitteln, zu welcher Uhrzeit eine Aufnahme möglich ist. Das erspart besonders bei mehreren verschiedenen Motiven viel Zeit, wenn man nicht extra anfahren muss, um die notwendigen Informationen zu ermitteln.
Ăśber die Internetseite von Suncalc kann man sich fĂĽr einen speziellen Ort den Sonnenstand sowie den Schattenwurf zu jeder beliebigen Tages- und Jahreszeit anzeigen lassen.
Mit Rückenlicht sind die Farben intensiv und die Architektur wird gleichmäßig beleuchtet. Ein seitliches Licht sorgt für mehr Plastizität und betont die Oberflächenstruktur. Gegenlicht ist im Allgemeinen für Architekturaufnahmen nicht empfehlenswert. Einzige Ausnahme sind Architekturimpressionen. Dort kann das Gegenlicht mit einem spannenden Schattenverlauf ein sinnvolles Gestaltungsmittel sein. Je niedriger die Sonne steht, desto länger werden die Schatten.
Auch ohne besondere Beleuchtung ist der Durchblick eine Aufnahme wert. Doch durch den Schatten, der wie eine Vignette wirkt, bekommt das Bild zusätzliche Tiefe und seinen besonderen Reiz. Bei solchen Aufnahmen spielt die genaue Ausrichtung der Kamera eine besondere Rolle. Achten Sie darauf, die Kamera senkrecht zu halten, damit die Senkrechten auch im Bild senkrecht wiedergegeben werden.
DSLR mit Crop-Faktor 1,3 | 14 mm | 1/125 s | f/16 | ISO 200
(Bild:Â Michael Jordan)
Aufnahmen zur Mittagszeit mit der senkrecht stehenden Sonne sind meist weniger interessant als diejenigen, die in den Randstunden des Tages entstehen. Auch ist die wärmere Lichtfarbe oft von Vorteil für die Gestaltung des Bildes. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Licht morgens und abends weicher ist als in der Tagesmitte. Das ist für die Architekturfotografie nicht unbedingt ein Vorteil. So ist also abzuwägen, ob ein weicheres Licht bei flacherem Einfallswinkel und wärmere Farbgebung einem härteren, kälteren und steil einfallendem Licht vorzuziehen ist. (pen)
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels "Fotografie mit Tageslicht: Architektur". Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.