Klimaschutz und Stromsparen durch Schaltnetzteile
Klassische Trafonetzteile sollen jährlich bis zu einer Milliarde kWh Strom allein in Deutschland vergeuden. Schaltnetzteile sind effizienter: Angesichts steigender Energiekosten schwenken erste Hersteller auf die sparsame Stromversorgung um.
Seit geraumer Zeit ist die Energieverschwendung durch Trafonetzteile bekannt. Auch gibt es seit Jahren Richtlinien wie den Energy Star, der die Anforderungen an effizente Schaltnetzteile genau beschreibt. Doch bislang packen viele Hersteller von Telefonen, Druckern, Routern oder Fax-Geräten die billigen, aber verschwenderischen Trafonetzteile zu ihren Geräten. Der Netzwerkausrüster Lancom liefert nun seine Geräte ausschließlich mit Schaltnetzteilen aus, die nach Aussage des Herstellers die Stromrechnung um bis zu 20 Prozent senken können. Außerdem wird angesichts steigender Stromkosten der Stromverbrauch immer mehr zu einem wichtigen Kaufkriterium.
Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) schätzt das bis zu eine Milliarde kWh weniger Strom in Deutschland verbraucht würden, wenn Kommunikationsgeräte wie Telefone, Anrufbeantworter, Monitore, Drucker und PCs mit effizienten Netzteilen ausgerüstet wären. Laut ZVEI könnten mit dieser Strommenge 250.000 Drei-Personen-Haushalte zusätzlich versorgt werden. Verbraucht man diese Energie nicht, erspart man der Atmosphäre rund 400.000 Tonnen Kohlendioxid.
Viele Elektro-Geräte laufen nur zeitweise, sodass dort Netzteile mit geringen Standby-Verlusten nötig sind. Müssen Geräte wie Fax oder Anrufbeantworter jedoch ständig betriebsbereit sein, sollte der Wirkungsgrad bei Nennleistung hoch sein. Herkömmliche billige Universalnetzteile erfüllen diese Anforderungen nicht: Ihr Wirkungsgrad liegt 30 bis 40 Prozent unter dem von effizienten Schaltnetzteilen. Unter Belastung müssen laut der Energy-Star-Spezifikation externe Netzteile bis 1 Watt Leistung einen Wirkungsgrad von wenigsten 49 Prozent besitzen. Bei Netzteilen ab 1 bis 49 Watt Nennleistung soll er größer oder gleich der Formel 0.09 * Ln (Pno) + 0.49 sein. Netzteile mit 50 oder mehr Watt Leistung dürfen danach nicht weniger als 84 Prozent Wirkungsgrad haben. Im Standby-Betrieb (No-Load-Mode) sollen Netzteile je nach Nennleistung nicht mehr als 0,5 Watt (bis 10 Watt) respektive 0,75 Watt (bis 250 Watt) Strom fressen. (rek)