OECD-Minister sollen auf YouTube-Postings antworten
Internetnutzer können über YouTube Fragen und Vorschläge an die 40 Minister stellen, die in zwei Wochen in Seoul zusammenkommen, um eine Erklärung zur Zukunft des Internet zu verabschieden.
In zwei Wochen kommen rund 40 Minister auf Einladung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Seoul zusammen, um eine Erklärung zur Zukunft des Internet zu verabschieden. Auch der gemeine Internetnutzer ist jetzt aufgerufen, seine Vorschläge und Fragen an die versammelten Minister zu senden – per YouTube-Botschaft. OECD-Generalsekretär Angel Gurria verspricht in seiner YouTube-Ansprache, dass die interessantesten Mitteilungen direkt den Ministern zukommen sollen. Diese würden dann auf dem Videoportal antworten, verspricht das OECD-Sekretariat. Neben Gurria rief auch Googles Internet Evangelist Vint Cerf Nutzer auf, sich auf diesem Weg zu Wort zu melden.
Bislang gab es noch keine Reaktionen auf die Aktion, die unter dem Motto steht: "Wie kann die Welt durch das Internet zu einem besseren Ort werden?" Es sei noch zu früh, teilten die zuständigen OECD-Experten auf Anfrage von heise online mit.
Beim Gipfel selbst geht es unter anderem um die regulatorischen Herausforderungen durch die Konvergenz der Netze und die Anforderung, rascher für den Netzzugang aller Bürger, Unternehmen und Regionen zu sorgen. Die OECD zog bei der Breitbandpenetration erneut Bilanz und machte vor dem Treffen verschiedene Empfehlungen, um für weitere, notwendige Verbesserungen zu sorgen. Die Konvergenz erfordert laut dem OECD-Fragenkatalog für das Ministertreffen außerdem "eine Reihe von neuen Politik- und Regulierungsinitiativen". Es sei wichtig, bei Verbesserung der Wettbewerbs und des Angebots für die Kunden die Möglichkeiten des so genannten Next Generation Network voll zu nutzen. Auch die Frage, welche Regulierung möglicherweise abgebaut werden kann, soll diskutiert werden.
Die Rolle der Regierungen für die Herstellung von Wettbewerb und Infrastrukturangebot und auch bei der Förderung von Forschung und Innovationen sind Themen von einem halben Dutzend hochrangig besetzter Diskussionsrunden (PDF-Datei), zu denen das OECD-Sekretariat zahlreiche Technologie-Experten, Unternehmensvertreter und Rechtswissenschaftler wie den Cyberlaw-Guru Lawrence Lessig geladen hat. Deutsche Experten in den Diskussionsrunden sind Udo Helmbrecht, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, und Zeit-Online-Chef Wolfgang Blau in den Sitzungen über "Vertrauen" beziehungsweise "Kreativität".
Von der abschließenden Ministererklärung darf man sich wohl nicht so viel "Interaktivität" erwarten, wie die YouTube-Aktion suggeriert. Die Erklärung liegt vorbereitet schon in der Schublade des OECD-Sekretariats. Mit verabschiedet wird laut Vorankündigung der OECD unter anderem ein Bekenntnis zur raschen Einführung von IPv6-Adressen. Die OECD hat zur Knappheit der IPv4-Adressen und dem Nachfolger IPv6 vor der Ministerkonferenz einen eigenen Bericht vorgelegt. (Monika Ermert) / (anw)