SAP schwächelt: Quartalsgewinn um 64 % geschrumpft
Der erfolgsverwöhnte Softwarehersteller SAP erreicht im Ausland seine Umsatzziele nicht.
Der erfolgsverwöhnte Softwarehersteller SAP hat in den ersten neun Monaten 1999 einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet. "Selbst vor dem Hintergrund des gegenwärtig schwierigen Marktumfelds ist das Ergebnis für uns enttäuschend", sagte SAP-Vorstandssprecher Hasso Plattner am Mittwoch in München.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Erträge um 24 Prozent auf 285 Millionen Euro geschrumpft. Besonders deutlich fiel der Gewinnrückgang beim größten europäischen Softwareproduzenten im dritten Quartal aus: Der Ertrag schmolz um 64 Prozent auf 45 Millionen Euro. Spielraum für eine Drosselung des Kostenanstiegs gebe es kaum, hieß es.
Für das Gesamtjahr geht der Vorstand weiter von der -- bereits einmal nach unten korrigierten -- Erwartung eines Umsatzzuwachses um 15 bis 20 Prozent aus. "Allerdings hängt viel davon ab, wie das Kaufverhalten unserer Kunden vom Jahrtausendwechsel beeinflusst wird", schränkte Vorstandssprecher Henning Kagermann ein. Als Gründe für die Wachstumsdelle in den ersten neun Monaten führte der Konzern das "unerwartet schwache Lizenzgeschäft in Amerika und Japan" und eine Umsatzschwäche in Großbritannien an.
Der Umsatz legte in den ersten neun Monaten um 14 Prozent auf 3,46 Milliarden Euro zu, im dritten Quartal nur noch um sieben Prozent. Ursprünglich war SAP für 1999 von einem Anstieg der Erlöse um bis zu 25 Prozent ausgegangen, schraubte die Erwartungen aber in der vergangenen Woche nach unten. (cp)