Britisches Startup entwickelt hauchdĂĽnnen Lautsprecher

Aus einer flexiblen, hauchfeinen Laminatfolie baut die britische Firma Warwick Audio einen superdünnen Flächenlautsprecher.

vorlesen Druckansicht 219 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Erich Bonnert

Die flexible, hauchfeine Laminatfolie der britischen Firma Warwick Audio

(Bild: Warwick Audio)

Aus einer flexiblen, hauchfeinen Laminatfolie baut die britische Firma Warwick Audio einen superdünnen Flächenlautsprecher. Die Technologie wurde an der Warwick Universität entwickelt, bevor einige der Forscher ab 2001 in ihrem Spinoff-Unternehmen in Coventry mit der Kommerzialisierung begannen.

Das Prinzip ähnelt den schon seit Jahrzehnten bekannten elektrostatischen Flächenlautsprechern, allerdings ist die Lautsprechermembran anders aufgebaut. Zwischen zwei 0,25 Millimeter dünnen Plastikfolien liegt eine dünne Isolierschicht. Die Außenseiten sind mit einem Geflecht aus leitendem Material (etwa eine Graphitverbindung) überzogen. Ein elektrisches Signal erzeugt ein Feld über der gesamten Fläche, sodass die Membran mit dem angelegten Signal mitschwingt. Der Klang strahlt – anders als bei herkömmlichen, trichterförmigen Lautsprechern – nach beiden Seiten ab. Magneten werden dabei nicht benötigt, allein das elektrische Feld über dem flexiblen Laminat sorgt für die Vibration. Der Ton lasse sich mit den flexiblen Flachlautsprechern besonders gut in die jeweils gewünschte Richtung dirigieren und fokussieren. Zum Zylinder gerollt kann ein Raum damit etwa rundum beschallt werden.

Die einfache, platzsparende Bauweise und das relativ billige Material versprechen besonders niedrige Produktionskosten, erklärte Warwick. Durch seine Größe und Flexibilität könne es fast überall eingesetzt werden, erläuterte Warwick-Chef Steve Couchman. Die Firma stellt die Membranen in Größen zwischen DIN A5 und A3 her und experimentiert derzeit mit Wand- und Deckenverkleidungen für Autos und Präsentationsräume. Erste Produkte sollen nach Angaben von Warwick Audio noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Das Unternehmen macht mit seiner Folie dann eventuell auch dem in Großbritannien beheimateten Unternehmen NXT und dessen flache Boxen auf Basis der Oberflächenwellen-Technologie (NXT SurfaceSound) Konkurrenz. (Erich Bonnert) (nij)