Satellitentechnik hilft Fischereikontrolleuren

Die Weltmeere sind überfischt, trotzdem halten sich manche Trawler nicht an die Schutzvorgaben. Doch dank moderner Überwachungstechnik entsteht ein riesiges Auge über den Weltmeeren, mit dem Kontrolleure den Übeltätern auf die Finger gucken können.

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Von
  • Hanns-J. Neubert

Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass 40 Prozent des Gesamtfangs vor Westafrika gestohlen sind. Weltweit, so die Organisation, muss man zu den jährlich legal gefischten 80 Millionen Tonnen Meeresgetier noch 11 bis 26 Millionen Tonnen schwarz gefangenen Fisch hinzuzählen. Neue Überwachungstechnik macht es Schwarzfischern jedoch zunehmend schwerer, die Meere illegal auszubeuten, wie Technology Review in seiner neuen Ausgabe 03/2014 berichtet (das Heft können Sie online bestellen).

Zwar wurde 1998 in Europa das erste satellitengestützte Schiffsüberwachungssystem VMS (Vessel Monitoring System) eingeführt. Es erfasst Schiffe über 24 Meter Länge, seit 2012 erfasst es auch kleinere Kutter ab einer Länge von 12 Metern. Und das Schiffsortungssystem VDS liefert sogar eigene Satellitenbilder von Schiffen und generiert deren Routen. VMS- und VDS-System sind jedoch lückenhaft, bieten keine weltweite Abdeckung. Viele fischreiche Gebiete, darunter die Küste Westafrikas, fallen so aus der Überwachung heraus.

Als neue Alternative für die Kontrolleure entwickelt sich derzeit das Automatische Identifizierungssystem AIS, das 2004 weltweit eingeführt wurde. Es dient eigentlich der Sicherheit auf See und ergänzt das Schiffsradar, um Kollisionen bei schlechter Sicht zu verhindern und um den Schiffsverkehr in Häfen besser zu regulieren. Fischereifahrzeuge sind davon zwar ausgenommen, doch in der EU ist es ab Mai 2014 dennoch Pflicht für alle Fischerboote ab 15 Metern Länge. Der WWF nutzte es bereits, um Schwarzfischer aufzuspüren.

Mehr zum Thema in Technology Review 03/2014:

(jlu)