Provider schützt Musiker vor seiner eigenen Musik

Der Provider des nach eigenen Angaben ersten spendenfinanzierten Plattenlabels Quote Unquote Records hatte dessen Website offline genommen und durch Werbung ersetzt, da über die Site copyright-geschützte Musik verbreitet worden sei.

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Wieder einmal ersuchte ein Musiker seine Fans, ihm bei der Suche nach seiner eigenen Musik in P2P-Netzen zu unterstützen. Der Provider des nach eigenen Angaben ersten spendenfinanzierten Plattenlabels Quote Unquote Records hatte dessen Website offline genommen und durch Werbung ersetzt. Begründet wurde dies mit dem Vorwurf der Verletzung von Vertragsbedingungen: Über die Website sei copyright-geschützte Musik abrufbar gewesen. Der Hinweis des Label-Gründers und Musikers Jeff Rosenstock, dass es sich dabei um eigene Musik mit eigenem Copyright handelte, half zunächst wenig. Da gleichzeitig die Festplatte des Künstlers eingegangen sein soll, sah er sich plötzlich seiner eigenen Musik beraubt und ersuchte Fans um Hilfe nach der Suche von Kopien.

Wie im Fall von Kurt Ostbahn hat aber auch diese PR-trächtige Geschichte ein Happy End. Doch zunächst hatte der Provider die Vorlage schriftlicher Bestätigungen des US Copyright Office verlangt. Rosenstock hatte seine Musik dort jedoch nie registriert und teilweise unter Creative Commons Lizenz veröffentlicht – deren Nachweis nur auf der vom Provider abgeschalteten Website nachzulesen war. Rosenstock klagte in seinem Blog sein Leid und erntete dafür mediale Aufmerksamkeit. Inzwischen ist die Website des Labels wieder online. Nicht bekannt ist, wodurch sich die Administratoren des Providers haben umstimmen lassen. Ungeklärt ist auch, ob Rosenstock und seine Musikerkollegen wirklich keine Kopien ihrer Werke hatten, oder aus der Provider-Not eine PR-Tugend gemacht haben. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)