Jeder zweite Bildschirmarbeitsplatz angeblich gesundheitsgefährdend

Besonders mittelständische Betriebe setzen durch ergonomisch mangelhafte Computerarbeitsplätze die Gesundheit ihrer Mitarbeiter aufs Spiel und riskieren vom kommenden Jahr an zudem hohe Bußgelder.

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Rund die Hälfte aller deutschen Computerarbeitsplätze soll nach Darstellung des Unternehmermagazins "Markt und Mittelstand" so schwerwiegende ergonomische Mängel aufweisen, daß für die betroffenen Mitarbeiter eine Gesundheitsgefahr besteht. Besonders mittelständische Betriebe seien in dieser Hinsicht zu beanstanden. Das Blatt bezieht sich auf Beobachtungen von Prof. Dieter Lorenz von der Fachhochschule Gießen-Friedberg sowie auf eine Studie des Deutschen Büromöbel-Forums, das im Auftrag von Herstellerverbänden arbeitet. Danach haben bis Anfang 1999 zwar zwei Drittel der deutschen Unternehmer die gesetzlich vorgeschriebene Beurteilung der Bildschirmarbeitsplätze in ihren Betrieben eingeholt, jedoch seien rund zwanzig Prozent der Ergebnisse nicht umgesetzt worden.

Wie das Blatt weiter schreibt, können etliche arbeitsmedizinische Auswirkungen mangelhafter Ergonomie bei Computerarbeitsplätzen inzwischen als wissenschaftlich unbestritten gelten -- etwa der Zusammenhang mit Fehlzeiten in Betrieben. Ein Drittel der Erkrankungen in diesem Umfeld beträfen das Skelett und die Muskulatur, allein Rückenleiden führten pro Mitarbeiter im Durchschnitt zu 18 Fehltagen im Jahr.

Darüber hinaus kann die laxe Einstellung von Unternehmen zur Ergonomie vom kommenden Jahr an weitere unangenehme Konsequenzen haben: Bereits seit 1996 gilt in Deutschland die Bildschirmarbeitsverordnung mit einer Übergangsfrist, die Ende 1999 ausläuft. Anschließend riskieren Betreiber gesundheitsgefährdender Computerarbeitsplätze Bußgelder bis zu 50.000 Mark. (psz)