Schwarze Liste für Fotos

Mit einer neuen Software wollen Forscher Menschen helfen, auch im Zeitalter von Google Glass und Co. ein Stück ihrer Privatsphäre zu behalten.

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Von
  • Nic Fleming

Mit einer neuen Software wollen Forscher Menschen helfen, auch im Zeitalter von Google Glass und Co. ein Stück ihrer Privatsphäre zu behalten.

Mit der Google Glass und Mini-Kameras wie Narrative Clip und Autographer gelangen immer mehr Gadgets in den Mainstream, die unser tägliches Leben in Fotos und Videos dokumentieren. Aber niemand will, dass die Kameras entweder aus Versehen während der Toilettenpause oder absichtlich in einem wichtigen Meeting filmen.

Deshalb haben Informatiker an der Indiana University eine Software namens "PlaceAvoider" entwickelt. Sie erkennt peinliche oder vertrauliche Orte automatisch und verhindert, dass dort geschossene Fotos geteilt werden. "Es gibt schlicht nicht genug Zeit, bis zu mehrere Tausend Bilder pro Tag eigenhändig durchzusehen", sagt Apu Kapadia, einer von zwei Entwicklungsteam-Leitern.

Die Schwierigkeit: Bilderkennungsmethoden allein reichen nicht. Schließlich kann das, was jemand nicht teilen will, ziemlich variieren und zum Teil schwer identifizierbar sein. Deshalb lässt sich die Software trainieren: Nutzer können problematische Fotos auf eine schwarze Liste setzen. Fortan markiert PlaceAvoider selbstständig ähnliche Bilder und legt sie noch mal vor.

In Tests lag das Programm in 89,8 Prozent der Fälle richtig und fischte Bilder heraus, die zuvor als verboten festgelegt waren. Für ihren Test haben die Forscher ein um den Hals gehängtes Smartphone verwendet. Nun wollen sie das System an echte Life-Logging-Geräte anpassen.

Ziel ist, dass problematische Fotos sofort und nicht erst im Nachhinein gemeldet werden. Doch die Technik könnte auch außerhalb des Privatsphärenschutzes Bedeutung haben. "Solche Algorithmen könnten auch riesige Fotosammlungen organisieren und durchsuchbar machen", sagt David Crandall, der zweite Teamleiter. (bsc)