Leitfaden berät beim sozial-ökologischen Rechnerkauf
Eine Broschüre soll Behörden und öffentlichen Stellen soziale und ökologische Kriterien bei der Anschaffung von Rechnern an die Hand geben.
- Christian Kirsch
Die Gewerkschaft Verdi und die Organisationen Local Governments for Sustainability" (ICLEI) und World Economy, Ecology & Development (WEED) haben gemeinsam eine Broschüre (PDF-Datei) herausgegeben, mit der Behörden bei der Ausschreibung von Rechnerkäufen soziale und ökologische Aspekte besser berücksichtigen können. Wichtige Gesichtspunkte seien unter anderem die Arbeitsbedingungen bei der Produktion der Computer, die verwendeten Giftstoffe sowie der entstehende Elektroschrott und der durch den Einsatz zusätzlicher Rechner steigende Energieverbrauch.
Die Verfasser verweisen darauf, dass es zwar klare Mindestanforderungen etwa der ILO (International Labor Organization) hinsichtlich der Arbeitsbedingungen gebe. Ihre Einhaltung sei jedoch nur schwierig zu prüfen: Während es etwa im Einzelhandel bereits Fair-Trade-Zertifikate gebe, fehlten solche unabhängigen Prüfsiegel in der IT-Industrie bislang.
Um das Bewusstsein für die sozial-ökologischen Aspekte des Rechnerkaufs zu schärfen, schlagen die Autoren des Leitfadens unter anderem vor, nicht nur "menschenwürdige Arbeitsbedingungen" im Ausschreibungstext zu verlangen, sondern die relevanten ILO-Konventionen explizit aufzuführen. Unnötig kurze Lieferfristen sollten vermieden werden, da sie zu extremen Arbeitszeiten von mehr als 80 Wochenstunden führen könnten. (ck)