Microsoft weitet Garantieverlängerung für Xbox 360 aus

Das Drei-Jahre-Garantieprogramm für bestimmte Hardware-Fehler schließt nun auch Reparaturen von Spielekonsolen ein, die den "allgemeinen Hardwarefehler" E74 auf dem Bildschirm melden.

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Microsoft hat die im Juli 2007 verkündete Garantieverlängerung für seine fehleranfällige Spielekonsole Xbox 360 erweitert: Eingeschlossen sind nun auch Konsolen, die die Fehlermeldung "E74" auf dem Bildschirm anzeigen. Dies teilte das Unternehmen nun auf seiner Support-Seite mit. Dort ist auch nachzulesen, dass nach einer Untersuchung der Fehlermeldung entschieden wurde, dass diese "auf den allgemeinen Hardware-Fehler, angezeigt durch 3 rote Lichter, hindeutet". Diese Anzeige ist unter Xbox-360-Besitzern wiederum als "Red Ring of Death" oder RROD bekannt und wurde von Microsoft bereits vor längerer Zeit mit einem Knowledgebase-Eintrag gewürdigt.

Microsoft betont währenddessen (wieder einmal), dass die Mehrheit der Xbox-360-Eigentümer "ein unvergleichliches Spielvergnügen mit ihrem Produkt erleben", während nur "ein kleiner Prozentsatz unserer Kunden eine Fehlermeldung, angezeigt durch die Fehlermeldung E74 auf dem Bildschirm, erleben". Konkrete Angaben über die Zahl der betroffenen Kunden machten die Redmonder bislang nicht; die Website Joystiq, die Meldungen von Betroffenen sammelt, will in den vergangenen Monaten jedoch steigende Ausfallraten beobachtet haben. Spekuliert wird daher unter anderem, dass der Scaler-Chip der Konsole wegen Überhitzung ausfällt ausfällt, die durch das neue Xbox Dashboard ausgelöst wird. Bei der neuen Oberfläche soll der Grafikchip stärker beansprucht werden als beim alten "Blade-Dashboard".

Microsoft hatte 2007 angekündigt, über eine Milliarde Dollar zurückzustellen, um die Garantiefrist der fehleranfälligen Spielekonsole Xbox 360 auf drei Jahre zu verlängern. Nachdem sich Kunden und Händler über die hohe Ausfallquote der Xbox 360 beschwert hatten, sprach der Softwarekonzern selbst von einer "nicht akzeptablen Anzahl von Reparaturen". Der US-amerikanische Garantiedienstleister Square Trade, der hauptsächlich die Gewährleistungen für Online-Shops übernimmt, kam Anfang 2008 bei einer Auswertung von über 1000 Garantiefällen zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der Xbox-360-Ausfälle auf den durch Überhitzung verursachten "Red Ring of Death" zurückzuführen seien, während 40 Prozent der Garantiefälle einen anderen Defekt als Ursache hätten.

Offenbar aufgrund der hohen Ausfallquoten nahmen die Redmonder ein komplettes Redesign der Konsole vor. Seit Herbst 2007 wird das sogenannte Falcon-Modell ausgeliefert, dessen CPU im 65-nm-Prozess statt wie zuvor im 90-nm-Prozess gefertigt wird. Ende November 2008 begann Microsoft dann mit der Auslieferung erster Xbox-360-Konsolen mit dem sogenannten Jasper-Board. Sie lösten die Falcon-Boards ab, deren GPU noch im 90-nm-Prozess gefertigt wurde. Auf den neuen Boards wird auch die GPU im 65-nm-Verfahren gefertigt, wodurch sich die Stromaufnahme vermindert. Dadurch gibt die GPU weniger Wärme ab, wodurch sich die Gefahr von hitzebedingten Hardware-Ausfällen abermals reduziert. (nij)