ComBOTS-Nachfolger Kizoo lebt ohne Umsatz vom Eingemachten
Kizoo hält seit dem Verkauf des Internetportals web.de Aktien von United Internet (1&1, GMX). Die Entwicklung des Kommunikationsdiensts ComBOTS, der die Firma zum Marktführer bei "Personal Digial Communications" machen sollte, war eingestellt worden.
Die Beteiligungsgesellschaft Kizoo lebt noch vom Eingemachten: Wie der Nachfolger des früheren Internet-Dienstleisters ComBOTS mitteilte, wurde auch im dritten Quartal noch kein Umsatz oder Gewinn aus dem laufenden Geschäft verzeichnet. Das positive Finanzergebnis stamme von der Anlage von Wertpapieren, erläuterte eine Sprecherin gegenüber dpa.
Das Ergebnis vor Steuern für die ersten drei Quartale 2008 betrug der Firma zufolge 8,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 2,2 Millionen Euro). Für das abgelaufene dritte Quartal habe sich das EBIT auf minus 1,6 Millionen Euro belaufen und sich damit "planmäßig gegenüber dem Vorquartal" (minus 1,7 Millionen Euro) verbessert. Bei Abschreibungen von 1,8 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen ergebe sich ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von minus 4,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: minus 20,9 Millionen Euro).
Nach Angaben der Firmensprecherin gegenüber dpa hat Kizoo 64 Millionen Euro liquide Mittel. Die 15-Mann-Firma beteiligt sich im Zuge ihrer Neuausrichtung an jungen Technologieunternehmen. Im dritten Quartal sei dies mit einem Investment in das Sprachlernportal Babbel.com erstmals umgesetzt worden. Kizoo hält seit dem Verkauf des erfolgreichen Internetportals web.de Aktien von United Internet (1&1, GMX). Im vergangenen Mai hatte der frühere Internet-Dienstleister beschlossen, mit dem neuen Unternehmensnamen einen Schlussstrich unter die negativen Schlagzeilen der vergangenen Monate zu ziehen.
Zuvor hatte die damalige ComBOTS-Führung beschlossen, die Weiterentwicklung der gleichnamigen Kommunikationssoftware zu stoppen und das gescheiterte Produkt nicht mehr anzubieten. Die Internetfirma hatte für ihren Internetdienst, der mit einfacher Bedienung Sprachtelefonie, den Austausch von Textnachrichten, Bildern und anderer Dateien erlauben sollte, kaum Kunden finden können. Dabei hatten die Leute hinter ComBOTS nach der Trennung von web.de von hundert Millionen Nutzern und einer Stellung als Weltmarktführer auf dem Gebiet der "Personal Digital Communication" geträumt. (jk)