Online-Spiele: Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle verlangt mehr politische UnterstĂĽtzung

Seit 2010 geht die Zahl der von der USK geprüften Spieletitel zurück. Sie führt es darauf zurück, dass immer mehr Spiele online angeboten – und damit nicht geprüft werden.

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Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat voriges Jahr 2088 Spieletitel geprüft. Das sind 8,5 Prozent weniger als im Jahr 2012, wie es in einer Mitteilung heißt. Die USK führt den nun seit 2010 rückläufigen Trend darauf zurück, dass immer mehr Computer- und Videospiele online vertrieben werden, also weniger im stationären Handel erscheinen.

USK-Statistik 2013 (4 Bilder)

(Bild: USK)

Die damalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hatte zwar vor knapp zwei Jahren angekündigt, für die gesetzlichen Voraussetzungen zu sorgen, damit auch Online-Spiele von der USK geprüft werden können, doch laut USK-Geschäftsführer Felix Falk verharrten Jugendschutzgesetz und Jugendmedienschutz-Staatsvertrag "nach wie vor auf ihrem Stand von 2003 und können der Online-Welt so nicht mehr gerecht werden. Wir benötigen stärkere politische Unterstützung, um im Online-Bereich für mehr Jugendschutz bei Spielen sorgen zu können."

Insbesondere Gelegenheitsspiele (Casual Games), hauptsächlich für den PC, wandern zu Smartphones oder Tablets ab, resümiert die USK in ihrer Jahresstatistik. Diese Spiele stammen vor allem aus den Genres "Arcade" und "Denkspiel" und werden meist mit "USK ab 0" gekennzeichnet. So sei der Anteil der Spiele mit dieser Kennzeichnung von 52,5 Prozent im Jahr 2009 auf nunmehr 30 Prozent gesunken. 9,1 Prozent bekamen keine Jugendfreigabe, 0,3 Prozent bekamen überhaupt keine Freigabe.

Auf die Konsolen der vorigen Generation (Xbox 360, Wii, DS, PS3, PSP) entfielen 2012 noch insgesamt 596 Prüfverfahren gegenüber 442 im vorigen Jahr. Während des gleichen Zeitraums stieg die Zahl der Prüfungen für die Plattformen der neuesten Generation (Xbox One, WiiU, 3DS, PS4, PS Vita) von 220 auf 453 Verfahren. (anw)