Raketen-Mann und Synchronschwimmerinnen: Olympia-Schnipsel im Netz
Die Fußball-Europameisterschaft hat praktisch gerade erst begonnen, da wirft schon das nächste Sport-Großereignis seine Schatten voraus.
Die Fußball-Europameisterschaft hat praktisch gerade erst begonnen, da wirft schon das nächste Sport-Großereignis seine Schatten voraus. Und jenseits von Diskussionen über Überwachung, die Menschenrechtssituation in China und den Widerstand gegen die Okkupation von Tibet, werden bei den Olympischen Sommerspielen in Peking wieder Sportarten groß rauskommen, die viele Deutsche nur vom Hörensagen kennen und deren Regeln ihren Rätsel aufgeben. Vom Softball über Modernen Fünfkampf bis zum Synchronschwimmen: Wer bei den Fernsehübertragungen von den Olympischen Sommerspielen in Peking (8. bis 24. August) den Durchblick haben will, kann allerdings den Rechner hochfahren und sich online vorbereiten. Auf Videoportalen lassen sich zudem große olympische Momente noch einmal erleben – und auch sonst einiges rund um das traditionsreichste Sportereignis der Welt entdecken.
Zum Beispiel zum Stichwort "Los Angeles 1984". Da kam bei der Eröffnungsfeier ein Mann in Astronautenkluft und mit einer Art Rakete auf dem Rücken ins Memorial Coliseum geschwebt – nachzusehen etwa bei YouTube unter "'84 Olympics - Welcome". Schwimmer Michael Groß und Leichtathlet Carl Lewis heimsten damals Medaillen ein, und Lewis erklärt YouTube-Nutzern, wie er das geschafft hat: mit Hilfe von veganer Ernährung. Nur eines gelang Lewis nicht: beim Weitsprung Bob Beamons Jahrhundert-Hopser von den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko City über 8,90 Meter zu übertrumpfen.
Ebenfalls 1968 gab es bei Olympia zum ersten Mal etwas, das heute bei keinem großen Turnier fehlen darf: ein Maskottchen. "Schuss", ein Männchen mit Kugelkopf, wurde aber für die Winterspiele in Grenoble gestaltet. Erstes "offizielles" Olympia-Maskottchen war dann – zu den Spielen 1972 in München – der Dackel Waldi. Und als wohl skurrilstes ließen die Organisatoren von Atlanta 1996 ein Wesen namens Izzy auf die Öffentlichkeit los. Auf einer Seite der Uni Chemnitz lässt sich all das nachlesen und vor allem nachsehen.
Wer weiter in Sportnostalgie schwelgen will, kann www.olympia72.de ansurfen, eine private Webseite zu den Sommerspielen 1972 in München – den bis heute letzten in Deutschland. Die Betreiber haben dazu eine Fülle an Informationen zusammengetragen und auch das größte Drama der Olympia-Geschichte nicht ausgespart: den blutig endenden Überfall auf Mitglieder des israelischen Olympiateams durch Terroristen. Es gibt aber auch eine MP3-Datei mit der Olympischen Fanfare, Scans von der Eintrittskarte zur Eröffnungsfeier und den Medaillenspiegel zu sehen.
Medaillen werden im Sommer in Peking auch beim Softball vergeben, einer Variante des US-Nationalsports Baseball, der ebenfalls olympisch ist. Wer mehr darüber erfahren möchte, schaut sich am besten www.baseball-softball.de an, die Website des Deutschen Baseball und Softball Verbandes. Auch der Moderne Fünfkampf ist nicht ohne Online-Vertretung. Wer schon einmal wissen will, um welche fünf Sportarten es da geht: Es sind Schießen, Fechten, Schwimmen, Reiten und Laufen. Eine weitere Orchideen-Disziplin ist das Synchronschwimmen. Alles Erwähnenswerte dazu und zu praktisch jeder anderen Sportart haben die Macher von www.welt-des-sports.com zusammengetragen. Mehr als 1000 Worte sagen aber gerade bei einem Sport wie Synchronschwimmen bewegte Bilder. Und die gibt es beispielsweise im Webangebot der erfolgreichen Synchronschwimmerinnen des TSV Eintracht Karlsfeld.
Allerhand Videos zu den Spielen in diesem Sommer lassen sich auch unter de.video.yahoo.com aufrufen, zum Beispiel Impressionen vom Bau des "Vogelnest" genannten Olympiastadions in Peking zutage. Viele Clips zu den Protesten gegen den Fackellauf in diesem FrĂĽhling waren hier aber zuletzt nicht abrufbar. Ebenso wie die Demonstranten gegen den Fackellauf betrachten auch die Betreiber von www.olympicwatch.org das Geschehen in China mit kritischem Auge. Ihnen geht es vor allem um die Ăśberwachung der Menschenrechtslage in der Volksrepublik. (Florian Oertel, dpa) / (jk)