Gesiebtes Gas

Künftige Verbrauchsnormen lassen den Anteil an aufgeladenen Motoren steigen, schärfere Abgasgrenzwerte erfordern leistungsfähigere Abgasrückführungen. Das bedeutet unmittelbare Gefahr für die Abgasturbine. Elring Klinger hat eine Lösung

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Gesiebtes Gas
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Dettingen, 6. März 2014 – Künftige Verbrauchsnormen lassen den Anteil an aufgeladenen Motoren steigen, schärfere Abgasgrenzwerte erfordern leistungsfähigere Abgasrückführungen. Das bedeutet unmittelbare Gefahr für die Abgasturbine. Elring Klinger hat mit seinem Kooperationspartner GKD Gebrüder Kufferath AG, Düren eine Lösung entwickelt, die kurz vor der Serienreife steht.

Eine Abgasrückführung ist heute unverzichtbar zur Reduzierung innerer Drosselverluste und zur wirksamen Bekämpfung von Stickoxiden (NOx) im Roh-Abgas. Wer selber schraubt, kennt die praktischen Nachteile aus eigener Anschauung: Was die Abgasrückführung dem Motor an Ablagerungen zumutet, geht bis hin zu einem deutlichen Leistungsverlust, wenn Rußbeläge die Ansaugleitungen regelrecht zuwuchern. Das kennt man vor allem von Motoren mit hohem Teillastanteil, wie er typischerweise im vorwiegenden Stadtverkehr auftritt. Denn die Abgasrückführung musste bisher nicht bei hoher Motorbelastung eingesetzt werden.

Gesiebtes Gas (5 Bilder)

Die neue so genannte Metalllagen-Dichtung bringt ein Sieb in den Abgasrückstrom.
(Bild: Elring Klinger)

Sobald aber künftige NOx-Grenzwerte flächendeckend die Niederdruck-Abgasrückführung bei hoher Motorbelastung nötig machen, wird es gefährlich. Sollten sich unter Last Rußpartikel aus diesen Belägen - oder schlimmer - keramische oder metallische Teilchen aus vorgeschalteten Katalysatoren lösen und in den Lader geraten, kann jener bersten. Im schlimmsten Fall kann ein Exitus der Abgasturbine auch den Motor schwer beschädigen. Der Zulieferer Elring Klinger sinnt daher auf Abhilfe. Seine Lösung sieht aus wie ein kleines Küchensieb und soll gefährliche Partikel ab einer bestimmten Größe zurückhalten.

Elring sieht einen großen und wachsenden Markt, denn bis 2021 muss der Flottenmittelwert des CO2-Ausstoßes von 130 g/km auf 95 g/km gesenkt werden. Dabei kommen zunehmend hubraumreduzierte, aufgeladene Motoren zum Einsatz. Bis 2018 sollen laut Elring weltweit bereits rund 40 Prozent der Neufahrzeuge mit Turboladern ausgeliefert werden.

Erste Prototypen wurden bereits an Kunden ausgeliefert. Die Serientauglichkeitsprüfungen laufen inzwischen. Mit dem Start der Produktion der ersten Gemeinschaftsprodukte rechnet der Zulieferer 2015. (fpi)