Auch Google-Mitbegründer Brin will zur ISS fliegen
Space Adventures plant für 2011 den ersten "privaten" Weltraumflug zur Raumstation und hat dafür den Google-Mitbegründer als Zugpferd gewonnen.
- Florian Rötzer
2011 wird die erste kommerzielle Fahrt für Weltraumtouristen zur Internationalen Weltraumstation ISS stattfinden. Space Adventures will dafür einen Flug mit dem russischen Raumschiff Sojus buchen. Zur Finanzierung des teuren Projekts hat das Unternehmen, wie es mitteilt, die Gruppe "Founding Explorer" gegründet und schon einmal mit Sergey Brin, dem Mitbegründer von Google, ein Mitglied gefunden, das es sich leisten kann, sich für 5 Millionen US-Dollar einen Weltraumflug zu reservieren. Offenbar ist man auf der Suche nach 5 weiteren Investoren, die sich die Möglichkeit für einen Flug offen halten und dafür ebenfalls 5 Millionen bezahlen wollen. Die Kurzflüge in die Schwerelosigkeit für 200.000 Dollar, die Virgin Galactics plant, sind dagegen Ausflüge der armen Klasse.
Ob Brin tatsächlich auch den Flug antreten wird, ist freilich noch ungewiss. "Ich glaube fest an die Erforschung und die kommerzielle Entwicklung des Weltraums und freue mich auf die Möglichkeit, in den Weltraum zu reisen", sagte er. Google hat auch den Lunar X Prize in Höhe von 25 Millionen Dollar ausgelobt. Dabei geht es darum, einen Roboter bis 2012 auf den Mond zu schicken.
Das US-Unternehmen Space Adventures hat seit 2001 bereits 5 reichen Touristen eine Reise zur ISS ermöglicht, die zwischen 20 und 40 Millionen US-Dollar gekostet hat. Die russische Weltraumbehörde kompensierte mit dem Geld der Touristen, denen ein freier Platz verkauft wurde, die mangelnde Finanzierung. Zwar stehen demnächst zwei weitere Flüge an, in denen auch wieder jeweils ein Tourist mitfliegen darf, aber die Zukunft dieser Art des Weltraumtourismus steht in Frage. Im Oktober wird der Computerspiel-Entwickler Richard Garriot zur ISS fliegen.
Verkauft wird der Flug zur ISS, der mit der russischen Weltraumbehörde vereinbart wurde, als erste "private" Mission. Mitreisen können bei dem Versorgungsflug nun zwei Touristen. Das dafür benutzte Sojus-Raumschiff soll für die touristischen Zwecke umgebaut werden. Was der Spaß kosten wird, will Space Adventures noch nicht verraten. (fr)