Alcatel-Lucent: Zuschlag fĂĽr schnelleren DSL-Zugang

In einem Interview plädiert der Alcatel-Lucent-Chef Ben Verwaayen für einen Zuschlag bei besonders schnellen oder sicheren Internet-Verbindungen.

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  • Reiko Kaps

Mit zusätzlichen Gebühren für sichere oder schnellere Verbindungen im Internet will der Chef des Netzwerkausrüsters Alcatel-Lucent Ben Verwaayen die zukünftigen Investitionen in eine schnelle Internet-Infastruktur finanzieren, sagte er in einem Interview mit der Wirtschaftswoche: "Ich will, dass der Kunde entscheidet, welcher Service für ihn wichtiger ist. Bei der einen Transaktion kaufe ich eine Sicherheitsvorkehrung. Bei der nächsten verzichte ich wieder darauf."

Bei der Übertragungsgeschwindigkeit stellt sich Verwaayen die Zukunft des Internets wie bei der Verkehrsmittel-Wahl vor: Radfahrer brauchen lange, zahlen aber nichts. Mit dem Auto gehe es zwar schneller, jedoch nicht kostenlos. Und wer es ganz schnell möchte, nehme das teure Flugzeug. "Der Kunde hat auch bei der Bahn die Wahl zwischen 1. und der 2. Klasse – und zahlt einen Aufschlag für den Komfortunterschied. Den sollte es auch im Internet geben."

Verwaayen will mit seinen Vorschläge neue Finanzierungsfelder für die Investitionen in die Netzinfrastruktur schaffen, die in den nächsten Jahren mehrere 100 Milliarden Euro betragen werden. Laut Verwaayen brechen die alten Finanzierungsmodelle der Telekom-Anbieter weg: Da zunehmend Dienste wie Video-Downloads und Internet-TV über die günstigen Zugänge laufen, wachse der Internet-Verkehr dramatisch an. Die dafür nötige Technik finanziere sich jedoch nicht mehr allein über die Flatrate-Gebühren der Kunden.

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(rek)