Balda erwartet im Gesamtjahr 2008 Verluste

Die Zukunftsaussichten fĂĽr den Handy-Zulieferer bezeichnete der Finanzvorstand als "verhalten positiv".

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  • dpa

Der angeschlagene Handyzulieferer Balda hat nach roten Zahlen in den ersten neun Monaten 2008 seine Prognose für das Gesamtjahr gekappt. Das Management rechne mit einem Jahresfehlbetrag in der Gruppe, kündigte der Finanzvorstand der Balda AG, Dirk Eichelberger, an. Details nannte er nicht. Auch das früher genannte Umsatzziel von 414 Millionen Euro sei nicht zu halten. Gründe seien der Anteilsverkauf an der chinesischen Tochter TPK, die berührungsempfindliche Bildschirme herstellt, der nachlassende Konsum, Abschreibungen und Wertberichtigungen sowie die Absatzschwäche eines großen Kunden.

Die Zukunftsaussichten fĂĽr Balda nannte Eichelberger "verhalten positiv". In Brasilien werde Balda wegen des verschlechterten Marktumfelds nicht weiter investieren. Auch die Lage in Indien sei unbefriedigend, der Ausstieg aus dem Markt eine Option.

In den ersten neun Monaten sank das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) auf minus fünf Millionen Euro – nach einem Plus von acht Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich schrieb Balda Verluste von 17,2 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum gab es noch einen Überschuss von 2,1 Millionen Euro. Einschließlich der aufgegebenen Geschäftsbereiche – Mitte Mai hatte Balda das defizitäre deutsche Handyschalen-Geschäft an die Hanse Industrie Kapital (Hamburg) veräußert – stiegen die Verluste um 17,3 Prozent auf 30,6 Millionen Euro. Der Umsatz im fortgeführten Geschäft wuchs dagegen um 35,4 Prozent auf 207,1 Millionen Euro.

Im Oktober habe es keine Einbrüche gegeben, betonte der Finanzchef. Das vierte Quartal 2008 werde "noch annähernd planmäßig" verlaufen. Das Unternehmen beschäftigt einschließlich Leiharbeitern mehr als 12 000 Mitarbeiter. Eichelberger bestätigte, die Gespräche mit den Banken über eine Umfinanzierung sollten bis Ende November abgeschlossen sein. Bis dahin hätten die Banken das Stillhalteabkommen verlängert. Der geplante Verkauf der Medizintechnik-Tochter Balda Medical sei in der "letzten Phase". Er hoffe auf einen Abschluss noch im laufenden Jahr. (dpa) / (jk)