Philips-Chef Kleisterlee hält an Gewinnzielen fest
Es bleibe dabei, dass der Gewinn je Aktie bis zum Jahr 2010 verdoppelt werden soll, sagte Philips-Chef Gerard Kleisterlee bei einer Veranstaltung im Hamburg - und er wurde auch nicht rot, als es um ein neues Philips-Produkt zur sexuellen Stimulation ging.
Der holländische Philips-Konzern hält in der unsicheren Weltlage an seinen Gewinnzielen fest. Es bleibe dabei, dass der Gewinn je Aktie (EBITA/Aktie) bis zum Jahr 2010 verdoppelt werden soll, sagte Philips-Chef Gerard Kleisterlee am Mittwoch vor dem "Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten" (CHW). Das bedeute allerdings nicht unbedingt, dass die anpeilte Zielmarke von sechs Prozent Umsatzwachstum tatsächlich erreicht werde. "Das kann ich nicht versprechen", sagte der Philips-Chef. Es gebe auch andere Stellschrauben, um den angepeilten Gewinn zu realisieren, zum Beispiel einen verstärkten Rückkauf von Aktien. Der Philips-Konzern, der im vergangenen Jahr mit 128.000 Beschäftigten rund 27 Milliarden Euro umsetzte, habe bereits die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien von 1,3 auf 0,9 Milliarden reduziert.
Wegen der unklaren Konjunkturaussichten seien Vorhersagen schwierig, doch sei der Philips-Konzern insgesamt gut aufgestellt. "Wir haben den Konzern ausgerichtet auf unsere Kunden und die starke Marke Philips", sagte Kleisterlee. Technologieorientierte Bereiche wie der Bau von Halbleitern und Bauelementen seien dagegen verkauft worden. Der Konzern wachse in den Bereichen Medizintechnik (Healthcare) zuletzt um fünf Prozent und Licht (Lightning) um sechs Prozent. In beiden Geschäftsfeldern nehme er weltweit marktführende Positionen ein. Sowohl die medizinische Ausstattung in den Industrie- und Schwellenländern als auch der energiesparende Einsatz moderner Lichttechnik kämen dem Konzern entgegen.
Auch im Bereich der Unterhaltungselektronik und der Haushaltsgeräte (Consumer Lifestyle), wo der weltweite Philips-Umsatz zuletzt um acht Prozent zurückfiel, habe Philips in etlichen Bereichen eine starke Marktstellung. "Es geht jetzt darum, leichtfüßig zu agieren und sich agil aufzustellen, um aus einer gesicherten Defensive heraus flexibel reagieren zu können." Zum Test eines neuen Philips-Produktes zur sexuellen Stimulation (Vibrator) bemerkte Kleisterlee: "Wenn der Markttest in Großbritannien erfolgreich ist, werden wir das auch in anderen Ländern einführen. Manche älteren Männer im Konzern sind skeptisch, aber die jüngeren Mitarbeiter schreiben mir E-Mails und sagen: Das ist cool." (dpa) / (pmz)