Japans größter Mobilfunker senkt Prognose
Trotz einer Gewinnsteigerung im ersten Halbjahr senkt NTT DoCoMo seine Umsatz- und Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr. Beim Neukundenzuwachs fiel der Carrier hinter die Konkurrenz zurück, konnte seinen Marktanteil aber verteidigen.
Der führende japanische Mobilfunknetzbetreiber NTT DoCoMo hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Wie das Unternehmen am heutigen Freitag bekannt gab, dürfte sich der Nettogewinn zum Bilanzstichtag 31. März 2009 nun auf 495 Milliarden Yen (3,9 Milliarden Euro) belaufen statt der bislang erwarteten 503 Milliarden Yen. Die Umsatzprognose wurde von bisher 4,8 auf 4,6 Billionen Yen gekappt. DoCoMo geht dabei von schwachen Handy-Verkäufen sowie Wertberichtigungen bei Aktien aus. Beim operativen Ergebnis erwartet der Konzern weiterhin 830 Milliarden Yen, ein Plus zum Vorjahr von 2,7 Prozent.
Im ersten Geschäftshalbjahr konnte der Konzern einen deutlichen Anstieg des Gewinns von 40,6 Prozent zum Vorjahresergebnis auf 346,7 Milliarden Yen verbuchen. Hintergrund ist die verlangsamte Abwanderung von Kunden zu kleineren Konkurrenten sowie geringere Zuschüsse für Händler. Der operative Ertrag stieg um 41,2 Prozent auf 576,9 Milliarden Yen, der Umsatz sank um 2,5 Prozent auf 2,3 Billionen Yen. Während der ersten sechs Monate verkaufte der Branchenführer nur noch 10,3 Millionen Mobiltelefone, 19,8 Prozent weniger als im Vorjahr.
Zudem fiel DoCoMo bei der monatlichen Neuanwerbung von Kunden hinter seinen kleineren Rivalen Softbank zurück. Während Softbank als drittgrößter Anbieter im September auch dank des Exklusivvertriebs von Apples iPhone 142.800 neue Kunden gewinnen konnte, waren es bei DoCoMo 129.700. Dennoch konnte der Branchenführer seinen Marktanteil von 51 Prozent halten. Softbank hatte im ersten Halbjahr des noch bis zum 31. März 2009 laufenden Geschäftsjahres einen Anstieg des Betriebsgewinns um 7,3 Prozent auf das Allzeithoch von 180 Milliarden Yen verbucht, während Japans zweitgrößter Mobilfunkbetreiber KDDI den Nettogewinn um 3,7 Prozent auf 151,1 Milliarden Yen steigerte. (dpa) / (vbr)