Apple, eBay und AT&T lizenzieren Visual-Voicemail-Technik

Die US-Firma Klausner Technologies hatte die IT-Konzerne im Dezember vergangenen Jahres verklagt und mehrere hundert Millionen US-Dollar Schadenersatz wegen unerlaubter Nutzung geschĂĽtzter Techniken bei Voicemail-Anwendungen gefordert.

vorlesen Druckansicht 54 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Peter-Michael Ziegler

Für die US-Firma Klausner Technologies ist der Juni ein außerordentlich erfolgreicher Monat: Mit Apple, eBay und AT&T haben gleich drei namhafte Konzerne der IT-Branche Patenrechtsansprüche des Unternehmens anerkannt und zahlen nun vermutlich jeweils Millionenbeträge an Klausner, um künftig weiterhin Visual-Voicemail-Anwendungen nutzen zu können. Firmeneigner Judah Klausner, der sich selbst als "Erfinder des PDA" preist, hatte die Konzerne im Dezember vergangenen Jahres verklagt und mehrere hundert Millionen US-Dollar wegen unerlaubter Nutzung geschützter Techniken gefordert.

Klausner hält zwei US-Patente mit dem identischen Titel "Telephone answering device linking displayed data with recorded audio message" (5,572,576 und 5,283,818), in denen Verfahren beschrieben werden, mit denen sich gespeicherte Sprachnachrichten auf einem Endgerät gezielt auswählen und abhören lassen, ohne zuvor andere abhören zu müssen. Apple und AT&T bieten diese sogenannte Visual-Voicemail-Funktion im Rahmen ihrer Kooperation beim Vertrieb des iPhones in den USA an, eBay hängt mit drin, weil der Anrufbeantworter des VoIP-Dienstes Skype Nutzer ebenfalls grafisch über den Eingang neuer Sprachnachrichten informiert.

Den entstandenen Schaden bezifferte Klausner allein für das iPhone auf 360 Millionen US-Dollar. Weitere 300 Millionen US-Dollar verlangte er von eBay und den Kabelnetzbetreibern Cablevision und Comcast, die ebenfalls Voicemail-Dienste anbieten. Die Klagen reichte Klausner beim für Patentstreitigkeiten beliebten Bundesbezirksgericht im Eastern District of Texas ein. Nach Angaben des Unternehmens haben zumindest Apple, eBay und AT&T inzwischen aber eine Einigung mit Klausner erzielt. Zwar gibt Klausner keine finanziellen Details zu den Deals bekannt, ein Anhaltspunkt könnte aber ein ähnlich gelagerter Visual-Voicemail-Patentstreit aus dem Jahr 2005 sein: Der Internetportalbetreiber AOL zahlte damals 200 Millionen US-Dollar an Klausner. (pmz)