Nikon kündigt Maßnahmenpaket zur Eindämmung des Graumarktes an

Der japanische Kamerahersteller will Kunden und autorisierte Vertriebspartner vor Grauimporten schützen, insbesondere vor den damit verbundenen Preisverzerrungen und Garantieproblemen.

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Der japanische Kamerahersteller Nikon will Kunden und autorisierte Vertriebspartner vor Grauimporten schützen, insbesondere vor den damit verbundenen Preisverzerrungen und Garantieproblemen. Nikon reagiert mit einem Bündel von Maßnahmen gegen die in der jüngeren Vergangenheit immer häufiger im Online-Handel auftauchenden Nikon-Produkte, die zu "Schnäppchenpreisen" angeboten werden. Dabei handele es sich nach Ansicht des Fotografie-Spezialisten in der Regel um Ware, die außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) eingekauft und anschließend nach Deutschland importiert wurde – unter Verstoß gegen geltendes Recht, wie Nikon betont.

"Grauimporte stellen gleichermaßen für Nikon als Hersteller wie auch den seriös operierenden Fachhandel ein großes Problem dar", erläutert Uwe Keuchel, der seit 1. April 2008 als Nachfolger von Albert Allbauer die Leitung der Nikon GmbH übernommen hat. "Als Hersteller stehen wir gegenüber unseren Fachhändlern in der Pflicht, konsequent gegen illegale Geschäfte mit Nikon-Ware vorzugehen", ergänzt Keuchel. Daher werde der Hersteller künftig konsequent sämtliche juristischen Mittel nutzen, um gegen Grauimporteure vorzugehen. Unter anderem werde Nikon versuchen, durch Testkäufe die "Schwarzen Schafe" im Handel ausfindig zu machen.

Endkunden sollen durch umfassende Aufklärungskampagnen über die mit Grauimporten verbundenen Probleme und Gefahren unterrichtet werden – beispielsweise auch bei der Produktregistrierung auf der Nikon-Homepage. So weist der Hersteller exemplarisch auf die Kosten für Garantie-Reparaturen von Nikon-Produkten hin. Während in Deutschland im Rahmen der einjährigen Garantie Reparaturen kostenlos seien, gelte dies nicht für Ware, die illegal in den EWR importiert wurde. Eine Ausnahme stellen die Objektive dar, deren einjährige Garantie weltweit gilt. Der illegalen Vervielfältigung von Benutzerhandbüchern will Nikon ebenfalls einen Riegel vorschieben. Zum einen offeriert der Hersteller die Unterlagen künftig nur noch in nicht-druckbarer Form, und darüber hinaus muss sich der Nutzer vor dem Download per Seriennummer registrieren sowie zur Einhaltung des Copyrights verpflichten. Schnellstart-Anleitungen sollen zudem gar nicht mehr zum Download angeboten werden. (map)