Newskrümel aus Übersee: Vom Teilen und Herrschen
Zum Ende der Woche ist es an der Zeit, nachzuschauen, was seit den jüngsten Newskrümeln links und rechts des Nachrichtenstroms liegen geblieben ist. Zum Beispiel, was Selfies mit Kopfläusen zu tun haben.
Selfies beherrschen das Netz und werden fleißig geteilt. Die Oskar-Verleihung mag als Gradmesser dienen. Nebenwirkung: Kopfläuse! Was zuerst noch mit Fragezeichen berichtet ward, gerann bald zur Expertenwahrheit. Vielleicht ist es aber doch nur ein Marketinggag für Gegenmittel.
Schlechtes Marketing war der massive Raubzug aus den Kassen der nordamerikanischen Kaufhauskette Target. Weniger Bargeld wäre rasch aufgefallen, wertvolle Daten mit Fremden zu teilen nicht. Jetzt sucht der "Walmart für die Mittelschicht" einen neuen CIO. Zusammenhanglos sei an dieser Stelle erwähnt, dass sich manche Stadtbienen neuerdings Plastikteilchen zurechtbeißen und als Baumaterial einsetzen.
Der ungewisse Verbleib des Flugzeugs von Flug MH 370 beherrscht nach wie vor die Schlagzeilen. DigitalGlobe teilt jetzt noch mehr Satellitenbilder von Meereswellen mit uns. Wir sollen damit erneut auf die virtuelle Suche gehen.
Geld, Sex und Roseanne Barr
In den USA gibt es mehr Millionärshaushalte als jemals zuvor. Beruhigend: Mit Kinderpornographie dürften sie das Geld nicht verdient haben. Damit ist nämlich kaum ein Geschäft zu machen. "Warum zahlen?", hat ein Nutzer in einer Studie über die Sex-Schattenwirtschaft in den USA gesagt. "Ich glaube, ich habe einfach angenommen, dass jeder, der nach Geld fragt, eine Falle stellt." Es wird also gratis geteilt. Die im Gefängnis einsitzenden Täter klagen übrigens darüber, dass ihnen Therapien verweigert werden.
In Kanada sorgt sich unterdessen die Regulierungsbehörde darüber, dass auf Pornokanälen zu wenig kanadische Pornos gezeigt werden. Und dass häufig die vorgeschriebenen Untertitel fehlen. Die Behörde droht mehreren Sendern mit Lizenzentzug. Die Meinungen gehen darüber auseinander, ob überhaupt genügend Ahornpornos produziert werden.
Vor gut zwei Jahren verfolgte und erschoss George Zimmermann in Florida den unbewaffneten Jugendlichen Trayvon Martin. Obwohl der Schütze die polizeiliche Anordnung, die Verfolgung abzubrechen, ignoriert hatte, wurde er freigesprochen. Dafür muss sich nun die Schauspielerin Roseanne Barr vor Gericht verantworten. Sie hatte mit ihren Followern auf Twitter die Adresse von Zimmermanns Eltern geteilt. Das Paar hat Barr verklagt.
Mobilfunk
Wechseln wir nach Afrika, wo Teilen in Mode ist: Acht Mobilfunkkonzerne haben sich darauf geeinigt, einander ihre Netze zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam wollen sie mehr Anschlüsse verkaufen. Details sind noch nicht bekannt. Die acht Konzerne betreiben 79 Netze in 47 Ländern Afrikas und im Nahen Osten.
Auch Orange ist mit von der Partie. Die Franzosen wollen indes jene Märkte verlassen, die von mehreren anderen Betreibern beherrscht werden. Also stehen Orange-Netze zum Verkauf.
Weiter nach Asien: In Afghanistan wurde die fünfte Lizenz für 3G-Mobilfunk verkauft. Die Regierung will binnen Jahresfrist 80 Prozent der Einwohner mit 3G erreicht wissen.
Kaum etwas verkaufen dürfen derzeit die südkoreanischen Mobilfunker. Alle drei haben mehr Endgerätesubventionen gewährt als erlaubt. Die Strafe ist ein wochenlanges Verbot, neue Verträge abzuschließen. Die Netzbetreiber geloben Besserung und wollen sich selbst beherrschen.
Apropos selbst: Keine Sorge, der Selfie-Trend wird abebben. Dann müssen die Läuse wohl wieder auf das Vorherrschen günstiger Winde hoffen. Les Vents nous portera...
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(anw)