Videodienst für Wii steht in den Startlöchern

Nintendo startet seinen Video-Distributionsdienst für die Spielkonsole Wii am 1. Mai in Japan.

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Der im vergangenen Dezember von Nintendo angekündigte Video-Distributionsdienst für die Spielkonsole Wii startet am 1. Mai unter dem Namen "Wii no ma" (übersetzt "Wii-Zimmer"). Der Videodienst ist zunächst auf Japan beschränkt, Pläne für eine Ausweitung nach Europa oder Nordamerika wurden bislang nicht bestätigt. Microsoft bietet für seine Spielkonsole Xbox 360 bereits seit längerer Zeit einen Video-on-Demand-Dienst (VoD) an, den auch deutsche Kunden nutzen können. Auch Sony ist im VoD-Geschäft aktiv, das Bezahlangebot hierzulande jedoch bislang nicht verfügbar. Statt des bei Microsoft und Sony typischen Angebots an bekannten Filmen und Serien will Nintendo seinen Nutzern jedoch Cartoons und andere familienfreundliche Inhalte bieten, die extra für den Dienst geschaffen wurden.

(Bild: Nintendo)

Auch die Aufmachung des Wii-Videodienstes unterscheidet sich von denen der Konkurrenten: Statt nur eine Bedienoberfläche anzubieten, über die sich der Anwender zu seinem Wunschvideo klickt, versammeln sich hier bis zu acht Wii-Nutzer mit ihren Mii-Figuren in einem virtuellen Wohnzimmer. Von hier lassen sich offenbar über verschiedene Einrichtungsgegenstände verschiedene Informationen wie Wettervorhersagen und Fotos aus dem Internet abrufen – oder eben ein Video auswählen. Kann man sich nicht so recht für einen Streifen entscheiden, schaut ein virtueller Berater in Form eines Einstein-Miis vorbei. Die Videos lassen sich aber nicht nur auf der Wii-Konsole selbst schauen, sondern dank einer "Dokodemo Wii no Ma" ("Überall-Wii-Zimmer") genannten Funktion auch an eine DSi im Haus schicken.

Schließlich können die Zuschauer die angeschauten Inhalte bewerten. Kritiker gehen davon aus, dass dieses Feature allerdings nicht nur dazu dient, das "Wii no ma"-Angebot zu verbessern. Vielmehr gehe es Nintendo beziehungsweise der bei diesem Projekt als Partner auftretenden Werbeagentur Dentsu Inc vor allem darum, Profile der Anwender zu erstellen. Dafür spricht ihrer Meinung nach, dass Nutzer des Videodienstes zunächst einmal nach persönlichen Daten befragt würden – darunter das Geburtsjahr und die Blutgruppe. Tatsächlich ist das Projekt zumindest teilweise werbefinanziert: Über das Wii-Zimmer werden daher einerseits Produktproben angeboten, die sich der Anwender nach Hause schicken lassen kann. Andererseits kann er sich von hier aus "Video-Coupons" auf seine DSi herunterladen, die dann in den teilnehmenden Geschäften vom Display der tragbaren Konsole eingescannt werden. (nij)