NRW-Innenminister: Polizei soll ĂĽber Twitter und YouTube in die Medienoffensive gehen

Am vergangenen Wochenende löste die Berliner Polizei per Twitter eine Demonstration auf. Dafür erntete sie zahlreiche spöttische Tweets. Das geht besser, meint NRW-Innenminister Ralf Jäger.

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  • Detlef Borchers

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, dass die Polizei Netzmedien wie Twitter und Youtube stärker nutzt. Auch die Polizei müsse darauf reagieren, dass wir in einer Informationsgesellschaft leben.

"Wer die Hoheit über die Bilder hat, hat die Hoheit über die Meinungsbildung", erklärte der Vorsitzender der deutschen Innenministerkonferenz in der Zeitschrift Deutsche Polizei der Gewerkschaft der Polizei. Besonders nach Demonstrationen müsse die Polizei mit sozialen Medien gegen die verzerrenden links- und rechtsextremistischen Darstellungen vorgehen.

Seit einer Woche ist die Berliner Polizei doppelt auf Twitter vertreten. Ein Account ist dabei speziell den Großeinsatzlagen vorbehalten und sammelte gleich während des ersten Einsatzes anlässlich einer Demonstration gegen "staatliche Repression" unter #antirep14 kuriose Erfahrungen. So reagierten einige Personen auf die per Twitter gestellte Forderung, dass eine spontane Demonstration angemeldet werden müsse, mit humoristischen Anmeldetweets.

Dass die Polizei diese Medien nutzt und besser nutzen kann, ist für Ralf Jäger eine Pflichtübung, gerade im Umgang mit radikalen Demonstranten. "Wir dürfen ihnen nicht das Feld überlassen. Aber man muss auch selbstkritisch sagen: Es gibt bei Großlagen faktisch keine fehlerfreien Einsätze", meinte Jäger. Die Fehler müssten offensiv und schnell am selben Tag kommuniziert werden, "weil bei YouTube und Twitter die Nachrichten schon laufen". Wenn die Polizei nach Großlagen mit falschen Anschuldigen überhäuft werde, seien schnelle Informationen gefragt. "Die Bürger haben einen Anspruch auf umfassende Informationen, um sich ein objektives Bild machen zu können." (anw)