Lycos Europe will "kollektives Wissen" im Internet erforschen

Als Teil des EU-Forschungsprojekts "WeKnowIt" erfasst der Internetdienstleister vor allem Einträge in den verschiedenen Internet-Foren und Communities. Ziel sei, Inhalte im Internet automatisch sinnvoll zu verknüpfen.

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  • dpa

Der Internetdienstleister Lycos Europe will das "kollektive Wissen" der Internetnutzer auswerten. Als Teil des EU-Forschungsprojekts "WeKnowIt" erfasst das Unternehmen vor allem Einträge in den verschiedenen Internet-Foren und Communities. Ziel sei, Inhalte im Internet automatisch sinnvoll zu verknüpfen, sagte der Leiter der Forschungsabteilung von Lycos Europe, Christian Maaß. Künftig könnten dann beispielsweise Touristen auf Städtereisen über ihr Mobiltelefon relevante Informationen zum Urlaubsort erhalten. Möglich sei aber auch die Erfassung von Einträgen zur Früherkennung von Katastrophen wie beispielsweise Amokläufen an Schulen.

Bislang sei ein Zusammenspiel der verschiedenen Informationen im Internet nicht möglich gewesen, sagte Maaß. Künftig sollten verschiedenste Elemente aus unterschiedlichen Quellen im Netz zusammengefügt werden, "damit sich ein Bild einer Situation erstellt". Im Fall einer Städtereise gelte es beispielsweise, Meinungen und Wertungen zu Hotels und Restaurants automatisch zu erfassen und mit Informationen etwa von Reisebüros zu verbinden. Im Ergebnis könnten Trends erkannt werden.

Das Forschungsprojekt ist bis März 2011 ausgelegt. Mit ersten Ergebnissen sei frühestens im Herbst 2009 zu rechnen. Partner in dem Forschungsprojekt seien beispielsweise Vodafone und Motorola, aber auch die Universitäten Karlsruhe und Sheffield. Insgesamt hat das Projekt ein Volumen von rund neun Millionen Euro. Lycos Europe investiert etwa 400.000 Euro. (dpa) / (jk)