OLEDs für besseres Licht

Die Ergebnisse des EU-Projekts OLLA, das der Energieeffizienz organischer Leuchtdioden gewidmet war, liegen vor. Im Anschlussprojekt OLED100.EU sollen nun ein Quadratmeter große, strahlend helle und dennoch sparsame Lichtkacheln entwickelt werden.

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Vergangene Woche präsentierten die 24 Teilnehmer des OLLA-Projekts bei Philips in Eindhoven ihre Ergebnisse: Organische LEDs für Beleuchtungszwecke, die es auf 50,7 Lumen pro Watt (lm/W) bringen und bei einer Starthelligkeit von 1000 cd/m2 eine Lebensdauer von 10.000 Stunden haben. Erreicht wurde damit auch das erklärte Ziel des Projekts: eine ausreichend helle und langlebige Lichtkachel mit einer Leuchtfläche von 10 cm × 10 cm. Zum Zuge kam die PIN-Technik der Firma Novaled, eine Ausgliederung des Instituts für angewandte Photophysik (IAPP) der TU Dresden. Sie nutzt p- und n-dotierte Transportlayer an der selbstemittierenden organischen Schicht. Bei Novaled hält man auch OLEDs mit 100 Lumen/Watt für möglich. Es sei vor allem eine Frage der Lichtauskopplung, meint Dr. Volker van Elsbergen von Philips Research, denn im Labor konnten an den Prüfmustern bereits 80 lm/W gemessen werden.

Die 10cm x 10cm große Lichtkachel wurde am IPMS im Rahmen des OLLA-Projekt entwickelt

Nun wollen unter anderem Philips, Osram, Siemens und Novaled ihre Arbeit im Anschlussprojekt OLED100.EU (Organic LED lighting in European dimensions) fortsetzen. Dort sollen die notwendigen Techniken entwickelt werden, die für den effizienten Einsatz von OLEDs in der europäischen Lichtindustrie benötigt werden. Die Organisation übernimmt die Philips Technologie GmbH in Hamburg, unter den weiteren Teilnehmer befinden sich die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, die TU Dresden, die Fraunhofer-Gesellschaft in Dresden (IPMS) und Evonik Degussa. Aus Frankreich beteiligen sich am Folgeprojekt die französische Corning-Niederlassung, Saint-Gobain Reserche und das europäische Photonics-Industriekonsortium (EPIC), aus Österreich sind das Bartenbach Lichtlabor und aus den Niederlanden OCE Technologies mit dabei.

Drei Lampen-Generationen und drei OLED-Kacheln

Der europäische Rat hatte kürzlich beschlossen, die CO2-Emission bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Anhand von Untersuchungen sieht er ein großes Energieeinsparungspotenzial darin, herkömmliche Glühbirnen gegen effizientere Lichtquellen zu tauschen. Heutige Energiesparlampen haben allerdings immer noch recht lange Einschaltzeiten und oftmals ungünstige Formen. Leuchten aus organischen LEDs sollen die bisherigen Leuchtstofflampen künftig ersetzen und zugleich deren Nachteile überwinden.

Dazu müssen die OLEDs jedoch mit den aktuellen Lösungen konkurrieren können und einen Wirkungsgrad von etwa 100 lm/W sowie eine Lebensdauer von 100.000 Stunden erreichen. Ein weiteres Ziel des OLED100.EU-Projekts: Es sollen 1 m × 1 m große Leuchtflächen realisiert werden, wobei der Preis pro Quadratmeter Lichtkachel 100 Euro nicht überschreiten soll. Offizieller Start des auf drei Jahre angelegten Projekts ist der 1. September 2008. Veranschlagt wurden Projektkosten in Höhe von 19,96 Millionen Euro; 12,5 Millionen Euro davon stammen aus Fördermitteln des siebten Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung (RP7) der EU. (uk)