Elektronik-Händler DiTech muss doch in Konkurs
Das Sanierungsverfahren der österreichischen Kette ist mangels Investor gescheitert. Alle 255 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.
Der österreichische Elektronik-Händler DiTech wird nun doch liquidiert. Das zunächst bewilligte Sanierungsverfahren ist gescheitert, weil die interessierten Investoren nicht genügend Geld bereitstellen konnten oder wollten. Da im Sanierungsverfahren durch den laufenden Betrieb keine neue Schulden gemacht werden dürfen, hat der Sanierungsverwalter Konkurs angemeldet.
Weder eine Fangemeinde auf Facebook noch eine positive Prognose der Gläubigerschützer konnten DiTech retten. Der Abverkauf der spärlichen Lagerbestände beginnt nächste Woche. Alle 255 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Website und damit der Online-Shop sind bereits offline.
15 Jahre DiTech
Die Firma erlebte gerade noch ihren 15. Geburtstag. Am 12. März 1999 hatte Damian Izdebski mit seiner Frau ein kleines Geschäft in Wien eröffnet. 2005 kam in Graz die erste Filiale dazu. Im selben Jahr begann der Zusammenbau von Rechnern unter der Marke dimotion. Diese Tochterfirma wurde Mitte März in Konkurs geschickt.
Zuletzt betrieb DiTech 22 Läden, ein Abhollager und den größten Online-Shop Österreichs für Computer, Handys und Unterhaltungselektronik. "Ich hatte die Vision eines Computerhandelsunternehmens, das auf kompetenter Beratung, exzellentem Service sowie einem innovativen Vertriebskonzept aufbaut", sagte Izdebski Anfang März, als er mit erfrischender Offenheit die finanziellen Probleme bekannt machte.
Seine Firma war jahrelang stark gewachsen und war beliebt. "Geblendet vom schnellen Wachstum (...) habe ich es verabsäumt, die Finanzierung von DiTech langfristig sicherzustellen", gestand Izdebski ein. In der Branche erzählt man sich, dass die Kreditversicherer bereits Ende vergangenen Jahres die Lieferverbindlichkeiten nicht mehr versichern wollten. Damals soll DiTech den Markennamen verpfändet haben und sich so noch einmal Luft verschafft haben.
Ăśberschuldung
Die jüngste Bilanz wies ein ein Anlage- und Umlaufvermögen von 16,4 Millionen Euro aus, denen Verbindlichkeiten von 25,8 Millionen Euro gegenüberstanden. In einem Konkurs sind Anlage- und Umlaufvermögen meistens deutlich weniger werthaltig, als es die Buchwerte vermuten ließen. Gleichzeitig melden Kreti und Pleti möglichst hohe Forderungen an – Verbraucher ausgenommen.
Wer etwa noch Gutscheine oder Gewährleistungsansprüche hat, schaut in vergleichbaren Fällen meist durch die Finger. Sofern es sich nicht um mindestens vierstellige Forderungen handelt, hat deren Anmeldung bei Gericht wenig Sinn. Die Gebühren sind nämlich höher, als üblicher Weise aus einer Konkursmasse zu erwarten ist. (ds)