Anti-Spam-Blacklist SURBL wird kostenpflichtig
Die Domainnamen-Blacklist SURBL hat für Großabnehmer ihrer Dienste eine Abonnementspflicht eingeführt.
- Dirk Bonengel
Das Betreiberteam der Anti-Spam-Blacklist SURBL hat in einer E-Mail an die Abonnenten seiner Mailinglisten eine tiefgreifende Änderung seiner Nutzungspolitik angekündigt. War die Nutzung der DNS-Server des Projekts bislang grundsätzlich kostenlos möglich, verlangen die Betreiber der Liste nun eine Nutzungsgebühr von allen Dienstleistern, die Spamfilter-Dienste für mehr als 1000 Postfächer oder 250.000 E-Mails pro Tag bereitstellen. Solche Anbieter sollen einen "Sponsored Data Service" abonnieren, der direkten Zugang zu den SURBL-Daten sowie Support umfasst. Die Mittel sollen die Qualität und Verfügbarkeit des Dienstes sicherstellen.
SURBL ist eine Blacklist von Domain- und Hostnamen, die sich per DNS abfragen lässt. Spamfilter-Software kann die in E-Mails enthaltenen Links extrahieren und auf diesem Weg mit den SURBL-Daten vergleichen.
Betroffen von der Lizenzänderung dürften vor allem die Betreiber des Spamfilters SpamAssassin sein, denn SURBL ist dort per Standard aktiviert. Dies dürfte sich mit der nächsten Ausgabe des Spamfilters ändern: Nach einer Lizenzänderung für die Prüfsummen-Komponente Vipul's razor wurde ebenso verfahren. SpamAssassin wiederum bildet einen bedeutenden Baustein vieler Anti-Spam-Appliances. Außerdem nutzen verschiedene Mailserver und Anti-Spam-Produkte die SURBL-Daten. (Dirk Bonengel) / (un)