Die iCloud von Apple weist Fehler und SicherheitslĂĽcken auf
Apples iCloud ist praktisch, aber unvollkommen: Sie hält nur Dokumente von Apps bereit, die speziell dafĂĽr angepasst wurden. Der Fotostream ist auf 1000 Bilder, das kostenpflichtige iTunes Match auf 25.000 Songs und die Video-ĂśberÂtragung aufs Kabel begrenzt. E-Mails sind gänzlich unverschlĂĽsselt, und sämtliche Daten in der iCloud können belauscht werden – nicht nur von der NSA. Mac & i stellt Ihnen Lösungen fĂĽr all diese Probleme vor.
- Immo Junghärtchen
- Tomas Rudl
Artikel aus Mac & i Heft 2/2014, S. 12
Teilweise hat Apple das Angebot der iCloud in anderen ÂLändern bereits verbessert, zum Beispiel kann man sich in den USA gekaufte Filme per „iTunes in the cloud“ jederzeit mit jedem Gerät, das mit derselben Apple-ID verknĂĽpft ist, ohne Aufpreis erneut herunterladen. In Deutschland geht das aber nicht. Auch die Begrenzungen von iTunes Match, dem Abo-ÂAngebot fĂĽr Musik, stoĂźen vielen Nutzern sauer auf. FĂĽr andere DokumentÂtypen klaffen groĂźe LĂĽcken.
Alternativen gibt es genug, die Frage ist nur, welche fĂĽr Âwelchen Anwendungsfall am besten geeignet ist. Zudem bringt jeder Nutzer andere Voraussetzungen und Kenntnisse mit. Auf 21 Seiten widmen wir uns daher den besseren ÂAnsätzen, die wir fĂĽr jeden Anspruch individuell herausgearbeitet und mit Apples Angeboten verglichen haben.
Los geht es mit Adressen und Terminen. Deren Synchronisierung ĂĽber alle beteiligten Macs, iPhones, iPads und iPod-touch-Geräte funktioniert zwar im Prinzip prima. Doch seit Mavericks und ÂiTunes 11 hat Apple den Weg ĂĽber das USB-Kabel abÂgeklemmt und zwingt die Nutzer in die iCloud. Die Server stehen in den USA, dem Hoheitsgebiet der Âneugierigen NSA. AuĂźerdem setzt die iCloud moderne OS-X- und iOS-Versionen voraus. Wer ein älteres Gerät oder ein anderes Betriebssystem verwendet, guckt in die Röhre. Doch kann man einem anderen Internetdienst wie fruux.com vertrauen? Was ist davon zu halten, eine eigene Cloud auf Basis von Open-Source-Software aufzusetzen? Sollte man die Daten vielleicht besser selbst verwalten, mit Hilfe des Âgenial einfach zu bedienenden OS X ÂServer, den man fĂĽr 18 Euro im Mac App Store kaufen kann? Ab Seite 14 liefern wir Antworten.
Der darauffolgende Beitrag widmet sich den Dokumenten: Pages, Numbers, Keynote und andere Apps, die den von Apple empfohlenen Weg einschlagen, synchronisieren ihre Dateien brav ĂĽber die iCloud, doch viele andere vernachlässigen sie sträflich. Apple hat zwar mit „Zugang zu meinem Mac“ einen Weg vorgesehen, sich von einem zweiten Mac unterwegs auf dem heimischen einzuloggen, um die Konfiguration der beteiligten Router muss sich der Nutzer allerdings selbst kĂĽmmern. AuĂźerdem funktioniert der ÂZugang nicht mit iOS. Hier schafft der VPN-Dienst des OS X Server Abhilfe. Wer bereits eine ÂFritzbox besitzt, kann sich die Investition möglicherweise sparen und den Rechner zu Hause abschalten, wenn er das Haus verlässt: Eine angeschlossene Festplatte serviert Dateien ihrem Besitzer weltweit – jedoch auch nicht ohne Nachteile. Dann gibt es da noch InternetÂdienste, die sich auf das Hosting von ÂDateien speziaÂlisiert haben und die auch vor vielen ÂgroĂźen Brocken nicht zurĂĽckschrecken. Manchen Nutzern genĂĽgt Âvielleicht schon die Dropbox oder der verschlĂĽsselnde Ersatz aus Deutschland, TeamDrive. Lesen Sie ab Seite 18, welche Erfahrungen wir mit den unterschiedlichen Ansätzen gemacht haben.
Apples Fotostream birgt seine Probleme: Legt man mehr als 1000 Bilder in „Mein Fotostream“ ab, fängt die iCloud an, alte zu löschen. iOS-Nutzer stehen dann womöglich im entscheidenen Moment ohne den gelungenen Schnappschuss von letzter Woche da. Der Internetdienst Flickr schenkt Ihnen 1 TByte für Ihre Bilder, selbst wenn Sie die – dem Community-Gedanken widersprechend – nur in Ihrem privaten Album sammeln wollen. Ein passender Client ist sogar ins Apple TV eingebaut. Um die Gunst der fotografierenden Nutzer buhlen gleichfalls Dropbox, Owncloud und Synology mit seinen Apple-freundlichen NAS-Geräten. Wem sich welche Lösung empfiehlt, steht im Beitrag ab Seite 22.
iTunes Match steht schon lange nicht mehr alleine da. Auch Amazons Cloud Player und der Musik-Streamingdienst Spotify ÂunterstĂĽtzen den Mac und die iOS-Geräte hervorragend. Wir haben uns angesehen, was sie besser machen als Apple und wann sich eine dicke Festplatte mit Netzanbindung empfiehlt. Bilden Sie sich ab Seite 26 Ihr eigenes Urteil.
Die iTunes-Mediathek ist eine feine Sache. Ein Rechner im lokalen Netz versorgt iPhone, iPad und das 100-Euro-Schnäppchen Apple TV mit den Filmen, die man im Lauf der Jahre so angesammelt hat – ob selbst gedreht, digital gekauft oder von DVD gerippt. Die Betonung liegt jedoch auf „lokal“: Um den Zugriff aus dem ÂHotelzimmer muss sich der Nutzer selbst kĂĽmmern. Zum GlĂĽck geht das, wenn man weiĂź, wie. Der eine oder andere wird sich aber auch hier lieber fĂĽr ein Synology-Gerät entscheiden oder einen Dienst wie Dropbox respektive Google Drive bevorzugen. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile – siehe Seite 28.
Kurz vor Redaktionsschluss dieser AusÂgabe fanden wir im ÂVerein mit dem Security-Team der c’t heraus, dass Apple sämtliche E-Mails in der iCloud unverschlĂĽsselt ĂĽberträgt – auch wenn es auf den ersten Blick anders aussieht. Aus einem c’t-Vergleich von 18 Providern wissen wir, dass so fahrlässig sonst nur Microsoft und noch ein anderer Anbieter mit den sensiblen Nachrichten ihrer Kunden umgehen – alle anderen machen es besser. Wir haben die Auswahl auf zwei Kandidaten reduziert und deren Angebot mit dem der iCloud verglichen. Lesen Sie die Ergebnisse ab Seite 32.
Auch Notizen und Erinnerungen enthalten oft vertrauliche Daten. Wer von Apple an dieser Stelle Verschlüsselung erwartet, muss sich auf eine Enttäuschung einstellen. Andere bieten mehr Funktionen und mehr Sicherheit. Unser Beitrag ab Seite 34 zeigt, worauf es ankommt.
Sollte man die iCloud nun rĂĽckstandsfrei aus den SystemÂeinstellungen verbannen? Nicht unbedingt, aber manchmal gibt es bessere und sicherere Lösungen, von denen Apple noch etwas lernen kann. Andere ergänzen die iCloud; viele davon sind kostenlos. In jedem Artikel bringt der Kasten „Überblick“ die jeweiligen Vor- und Nachteile der Angebote noch einmal auf den Punkt. Schauen Sie sich einfach in Ruhe an, was zu Ihnen passt.
Der Umstieg ist kein Hexenwerk. In den einzelnen Beiträgen haben wir mehrere Kästen mit Praxistipps untergebracht, die Schritt für Schritt zeigen, wie Sie Ihre Geräte und Apps für die einzelnen Kandidaten konfigurieren oder mehr aus ihnen herausholen.
Wir wĂĽnschen viel SpaĂź beim Lesen und Entdecken!
Lesen Sie weiter in Heft 2/2014. Es geht unter anderem um OS X Server, ownCloud, fruux.com, die Synology DiskStation, DropBox, TeamDrive und Bittorrent Sync, um Flickr, um iTunes Match, Amazon Cloud Player und Spotify, um Google Drive, Google Mail und Posteo, um Evernote, 1Password, Wunderlist und 2Do. (tru)