Hitachi forciert Einsatz von Fingervenen-Biometrie

Rund 40.000 Mitarbeiter eines japanischen Telekommunikationskonzerns sollen künftig nur über ein 3D-Fingervenen-Profil Zugang zu Kundendatenbanken erhalten.

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Von
  • Thomas Pany

Sie gelten als fälschungssicher, sind angeblich billiger, schneller und leichter zu erfassen sowie zu speichern als Fingerabdrücke: Bilder vom Gitterwerk feinädriger Venen in unseren Fingern, die sich auch bei Zwillingen nicht gleichen. "Fingervenen-Profile" könnten als biometrisches Erkennungszeichen dem Fingerabdruck und dem Iris-Scan Konkurrenz machen. Der japanische Elektronikkonzern Hitachi kündigt an, 20.000 Fingervenen-Authentifizierungssysteme in Geschäften des Telekommunikationskonzerns KDDI einzuführen.

Rund 40.000 Mitarbeiter, die in KDDI-Geschäften oder in Filialen des damit verbundenen Unternehmens Okinawa Cellular Telephone arbeiten, können künftig nur mit einer Finger-Authentifizierung auf Kundendatenbanken zugreifen. Normalerweise werde dazu der ausgestreckte Mittelfinger genutzt, der von einem kleinen Gerät aus verschiedenen Winkeln mit einem infrarot-ähnlichem Licht bestrahlt und fotografiert wird, um ein einzigartiges 3D-Finger-Venen-Profil aufzunehmen, berichtet die britische Zeitung Times. Das Licht wird vom Hämoglobin in den Adern absorbiert und liefert somit das Muster für das Foto, das schließlich in einen digitalen Code umgewandelt und mit einem vorab registrierten Profil abgeglichen wird, um die Identität zu verifizieren.

Das System sei fälschungssicher, wird Hitachi von der Zeitung zitiert, weil die für das bloße Auge unsichtbaren Verläufe der Venen äußerst schwierig zu kopieren seien. Selbst die brutale Fantasie, mit einem abgetrennten Finger eine falsche Identität vorzutäuschen, funktioniere in diesem Fall nicht. Dazu sei das Fingervenen-Profil billiger als Iris-Scans und Gesichts- oder Spracherkennung. Gegenüber Fingerabdrücken sei die Fehlerrate niedriger. Laut Times wird das Fingervenen-Erkennungssystem seit zwei Jahren schon in einer Reihe von Banken in Japan eingesetzt – bei Geldautomaten und Zugangssystemen für Türen und Computer. Hitachis Konkurrent Fujitsu arbeitet unterdessen an einem alternativen biometrischen Verifikationssystem, Grundlage sind hier die unterschiedlichen Muster der Venenverläufe im Handballen. ()