Hannover Messe: Siemens und die Vision "Industrie 4.0"
Anhand einer Montagelinie fĂĽr AutotĂĽren demonstriert Siemens, was der Konzern unter "Industrie 4.0" versteht. Der Messestand zeigt, was heute schon praktikabel ist, und was die Entwickler fĂĽr die Zukunft anvisieren
- Hans-Peter SchĂĽler
Eine Respekt einflößende Montagelinie auf dem Siemens-Messestand (Halle 9, D35) zeigt auf den ersten Blick nichts Neues: Industrieroboter, die eine Autotür an einen PKW-Karosserie-Rohling montieren. Was daran in Richtung des Konzepts Industrie 4.0 weist, erkennt man erst an den unscheinbaren Display-Kiosken vor der Anlage: Die Linie ist nämlich virtuell mit einer Computersimulation entworfen und programmiert worden, noch bevor die schweren Maschinen am Platz waren.
Zum Einen lassen sich bei der Simulation Bewegungsabläufe leicht nach Geschwindigkeit und Energiebedarf optimieren, zum Anderen stellt sich dabei schon früh und gefahrlos heraus, ob die Roboterarme irgendwann im Verlauf der Montage miteinander kollidieren könnten. Als Nebeneffekt verkürzt die virtuelle Einrichtung die Zeitspanne von der Installation der realen Roboter bis zur Inbetriebnahme der Montagelinie. Wie präzise die schweren Maschinen die Bewegungsabläufe der Simulation nachvollziehen, ist daran zu erkennen, dass sich die simulierten und die physischen Roboter exakt synchron zueinander bewegen.
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Einen weiteren Kernbestandteil des Konzepts Industrie 4.0 malen die Entwickler als Zukunftsvisionen an die Wand – beziehungsweise an die großflächigen Displays über der Anlage. Die Texte darauf beschreiben nicht nur den jeweiligen Arbeitsschritt, sondern auch die Botschaften, mit denen die künftig autonom agierenden Roboter ihre Arbeit ohne eine – laut Siemens heute noch erforderliche – zentrale Steuereinheit koordinieren können.
Mehr Aktuelles von der Hannover Messe und zur Fabrik der Zukunft finden Sie in einem Special von Technology Review. (hps)