ESA wählt T-Systems-Plattform für Satelliten-Bilder

Die Europäische Weltraumorganisation will eine Speicherplattform der Telekom-Tochter für ihre mit dem Sentinel-Satelliten gewonnenen Daten nutzen. Erstmals in Europa sollen die Fotos und Radaraufnahmen kostenlos zugänglich werden.

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Die Telekom-Tochter T-Systems will künftig für das Copernicus-Projekt der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) Massendaten aus dem Orbit speichern. Die Plattform soll hochaufgelöste Bilder der Erde wie Fotos oder Radaraufnahmen der neuen Sentinel-Generation der ESA-Satelliten entgegennehmen und verarbeiten. Der erste Sentinel-Satellit schwebt seit dem 3. April auf seiner Umlaufbahn in 693 Kilometern Höhe.

Die Aufnahmen sollen im Rahmen des Copernicus-Projekts erstmals sowohl öffentlich als auch kostenlos zugänglich werden; für den Abruf sei dann lediglich eine Registrierung erforderlich. Mit dem Aufbau der Speicherplattform hat T-Systems bereits im März begonnen, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens auf Nachfrage von heise Netze. Erst mit deren Fertigstellung – voraussichtlich im Sommer dieses Jahres – werde die ESA dann auch eine Registrierung-Seite einrichten.

Die ESA will mit ihrem Copernicus-Projekt den Zustand der Erdoberfläche kontinuierlich erfassen und Daten über Ozeane, Kontinente, die Atmosphäre und das Klima sammeln. Sie sollen möglichst umgehend Behörden, Unternehmen, Umweltämtern und Bürgern zur Verfügung stehen. Auf Grundlage der Daten sind neue digitale Dienste etwa in den Bereichen Katastrophenschutz und Klimawandel denkbar. Im Falle von Überflutungen geben sie zum Beispiel einen besseren Überblick über die Überschwemmungsgebiete, meldet T-Systems.

Die Fotos und die per Radar-Abtastung gewonnenen Bilder schickt der Sentinel-Satellit umgehend per Funk im X-Band zu einer der Bodenstationen Diese geben sie dann zur Speicherplattform von T-Systems weiter.

Mit den Satellitenbildern des Copernicus-Projekts wird sich das Datenvolumen in Vergleich zu heute verfügbaren Aufnahmen der Erde verzehnfachen. Durch die erstmals kontinuierlich und weltweit anfallenden Satellitenaufnahmen fließen der T-Systems-Plattform täglich zwei Terabyte zu; diese liefert Sentinel zunächst an Bodenstationen, die sie schließlich an die T-Systems-Plattform weitergeben. [Update: Die Übertragung wickelt der Satellit über das X-band ab. Später sollen auch geostationäre Satelliten per Lasertechnik als Relays eingebunden werden.]

Die Speicher- und Rechenleistung der Plattform ist auf mehrere Rechenzentren verteilt. Dafür betreibt das Unternehmen für die ESA auch ein neues Gigabit-Netz, das die Satellitendaten umgehend für die Bearbeitung und Archivierung weiterleitet. Eine eigens entwickelte Software der ESA bearbeitet die Bilder automatisch und korrigiert etwa Effekte wie die Erdkrümmung. So stellt das System den Nutzern unverzerrte multidimensionale Abbildungen bereit. (dz)