Comarch übernimmt SoftM

Die polnische Comarch, Herstellerin von Microsoft-basierter Unternehmenssoftware, übernimmt die Mehrheit bei dem Münchner ERP-Anbieter SoftM.

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Die in Krakau ansässige Comarch Gruppe, eine der größten polnischen Softwareanbieterinnen, wird bei der SoftM AG einsteigen. Die Beteiligung erfolgt im Zuge einer Kapitalerhöhung. Durch die Ausgabe von 1,5 Millionen Stückaktien fließen dem Münchener Unternehmen frische Mittel von rund 5 Millionen Euro zu. Mit den SoftM-Altaktionären hat Comarch einen Vertrag zur Übernahme eines Teils der Aktien geschlossen. Damit sichern sich die Polen die Mehrheit an dem ERP-Hersteller. Zugleich wurde den Aktionären im Rahmen eines Pflichtangebots 3,45 Euro pro SoftM-Aktie angeboten.

Außer den Eigentumsverhältnissen soll sich zunächst einmal nichts ändern. SoftM wird als eigenständiges Unternehmen mit unverändertem Management und gleichbleibender strategischer Ausrichtung in die Comarch Gruppe eingegliedert. Auch SoftM-Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender Hannes Merten behält seinen Job.

Mit Unterstützung des neuen Eigners soll das internationale Geschäft weiter ausgebaut werden. Auf der Produktseite gibt es keine Überschneidung. Comarch setzt bei seinem Portfolio auf Microsoft-Technik und hatte erst zur CeBIT dieses Jahres mit Altum ein Konkurrenzprodukt zu Sage auf den Markt gebracht.

SoftM – ursprünglich mit Software rund um IBMs Mittelstandsklassiker System I (früher AS/400) gestartet – hat hingegen einen starken Java-Einschlag. Ende 2006 hatte sich das Unternehmen die Rechte der auf Java basierenden Unternehmenssoftware Semiramis gesichert. Weiterhin brachte SoftM vor Jahresfrist mit Sharknex eine Rechnungswesensoftware auf den Markt, die auf dem Java-Entwicklungs-Framework des Schweizer Anbieters Bison aufbaut. (Achim Born) / (jd)