Australischer Regierungschef twittert vom G20-Finanzgipfel
Um die Ă–ffentlichkeit besser zu informieren und den Dialog mit ihr zu verbessern, hat der Regierungschef eine eigene Internetplattform eingerichtet.
- Florian Rötzer
Der australische Regierungschef Kevin Rudd hat neben seiner offiziellen Website seit einigen Tagen eine weitere Website Kevinpm.com.au in Betrieb genommen, die stärker als Kommunikationsplattform für Bürger dienen soll. Hier befinden sich eine Mailingliste sowie Links zu den Social-Network-Webseiten des Ministerpräsidenten auf YouTube, Facebook, MySpce, Flickr und Twitter.
Kevin Rudd nimmt auch am Finanzgipfel der G20 in Washington teil und twittert von dort aus seit dem 11. November. Das heißt, er verschickt möglicherweise als erster Regierungschef für alle zugängliche Kurzmitteilungen. Offenbar war er unter Druck gekommen, da Oppositionsführer Malcolm Turnbull erfolgreich war und sich schon einmal mit über 1500 "Freunden" auf Platz 17 der erfolgreichsten australischen Twitterer, der Twitterati Top 50 vorgearbeitet hat.
Nun hat Rudd schon über 1700 "followers". Zum Start waren so viele Internetnutzer neugierig, dass die Twitterseite kurzzeitig nicht erreichbar war. Rudd erklärt in einer Videobotschaft, dass er mit seiner neuen Website und den Twitter-Kurznachrichten der Öffentlichkeit genau zeigen will, was die Regierung macht, zudem soll damit ein Dialog hergestellt werden: "Ein neues Australien benötigt einen neuen Regierungsstil, und das bedeutet auch, mit der Community auf unterschiedlichen Wegen in Kontakt zu bleiben."
Die Probe lässt sich gleich machen, da Rudd kurz vor seiner Abreise nach Washington, wo er am G20-Finanzgipfel teilnimmt, zu twittern begonnen hat. Das war natürlich auch schon eine Nachricht am 12. November: "I'm on the way to the G20 to talk about the Global Financial Crisis in Washington." Sonderlich exzessiv widmet sich Rudd oder der von ihm dafür Beauftragte aber bislang nicht dem Twittern. Insgesamt gibt es seit dem Start am 11. November 9 Einträge. Die bislang letzte Botschaft verrät auch nicht viel, was Rudd denn nun so macht: "Have arrived in Washington. Have had briefings with the Treasurer and Embassy Staff in preparation for tomorrow's meeting."
Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen soll gerne SMSen, ansonsten begnügt sie sich noch mit einem Podcast und einer Webseite. Aber die Internetnutzung der Regierungschefs könnte bald anders aussehen, das kündigt sich durch den Wahlkampf des künftigen US-Präsidenten Barack Obama an. So hat er neben den üblichen Social-Networking-Diensten wie Facebook, My Space oder You Tube auch Twitter benutzt, aber seit dem Wahlsieg brachliegen lassen. (fr)