Großbritannien: Sauberkeitsrangliste für Provider

Die britische Kulturministerin will mit einer Rangliste Druck auf Internet-Provider ausüben, die Auskunft darüber gibt, wie lange sie benötigen, um anstößige und verbotene Inhalte vom Netz zu nehmen.

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Von
  • Thomas Pany

Britische Provider könnten sich künftig einem neuen Wettbewerb ausgesetzt sehen. Die neue Kulturministerin Barbara Follett und deren Schattenkabinettspendant Ed Vaizey haben sich in einer Parlamentsdiskussion für eine Provider-Rangliste ausgesprochen. Die Tabelle soll die Anbieter nach der Zeitdauer auflisten, die sie benötigen, um anstößige oder verbotene Inhalte vom Netz zu nehmen.

Wie die britische Zeitung Guardian heute berichtet, vertritt Follet die Auffassung, dass Provider mit der Drohung einer öffentlichen Bloßstellung davon abgehalten werden sollen, Inhalte bereitzustellen, die deutlich mit Sex und Gewalt zu tun haben. Die Information darüber, wieviel Zeit ein Provider brauche, um Seiten vom Netz zu nehmen, müsse viel klarer werden wie auch die Aufklärung darüber, wie intensiv die Suche nach solchen Inhalten betrieben werde.

Die Kulturministerin, die erst seit Anfang Oktober im Amt ist, plädiert laut der Zeitung für mehr Intervention von politischer Seite. In das "wachsende Chaos" des Internet müsse Ordnung gebracht werden, äußerte sie in der Parlamentsdebatte über Internet und Video-Spiele. Insbesondere Kinder und Heranwachsende sieht sie gefährdet, da die Hindernisse, die Kinder vom Zugang zu nicht altersgerechten Seiten abhalten sollen, "löchrig wie ein Sieb" seien.

Konkret machte sie sich für Vorabkontrollen von Inhalten stark, die auf die Videoplattform YouTube hochgeladen werden. Zudem schlug sie vor, dass Suchmaschinen auf ihren Startseiten einen deutlich sichtbaren Link platzieren, der auf Sicherheitseinstellungen zum Schutz der Kinder und entsprechende Sucheinstellungen verweist. Follet favorisiert darüber hinaus einen Identitätsnachweis für das Internet, der analog zum Verfahren beim Alkohol- und Zigarettenverkauf Teenager vor dem Zugang zu nicht altersgerechten Inhalten schützen soll.

Eltern sollten laut Follett eine Kontroll-Software haben, die automatisch mit den Altersabfrage-Systemen von Webseiten kommuniziert, um Kinder davon abzuhalten, sich mit falschen Altersangaben Zugang zu verschaffen. Auch Banken schloss Follett in ihr Sicherheitskonzept mit ein: Sie sollten Eltern benachrichtigen, wenn eine Kreditkarte benutzt wurde, um Zugang zu einer Webseite oder zu Spielen zu bekommen. ()