Kinderkanal will neue Formate fĂĽr Teenager entwickeln
Der Ki.Ka von ARD und ZDF ist nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil von knapp unter 20 Prozent hinter Super RTL die Nummer zwei im Kinderfernsehen. Geplant seien u. a. Formate, die das Internet und das Fernsehen zusammenfĂĽhrten.
- Annett Gehler
- dpa
Der Kinderkanal (Ki.Ka) von ARD und ZDF will Teenager stärker an sein Programm binden. "Wir werden im Laufe des nächsten Jahres ein bis zwei neue Formate entwickeln, die sich speziell an die älteren Kinder richten", kündigte der neue Ki.Ka- Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp in einem Gespräch mit dpa an. Zugleich sollen sich die Programmschienen für Vorschulkinder und für über Zehnjährige optisch deutlich voneinander abgrenzen. "Das derzeit mehr oder minder einheitliche Erscheinungsbild des Ki.Ka wird sich im Design verändern", sagte der 40-Jährige, der Anfang November zu dem Sender nach Erfurt wechselte.
Der Ki.Ka sei derzeit mit einem Marktanteil von knapp unter 20 Prozent hinter Super RTL die Nummer zwei im Kinderfernsehen. Bei den Jüngeren halte er mit rund 32 Prozent die Marktführerschaft. "Damit steht der Kinderkanal im Moment sehr gut da. Was immer an Veränderungen kommt, wird behutsam eingeläutet", stellte Kottkamp klar. Im Vorschulprogramm würden Eltern und Kinder künftig direkter angesprochen. So sollten Vorschüler etwa zum Mitsingen oder Mittanzen animiert werden. "Für die Eltern werden wir während des laufenden Programms parallel pädagogische Hinweise geben." Geplant seien außerdem spezielle Programmtrailer für Eltern.
Für Kinder ab zehn Jahren setzt Kottkamp auf Innovationen, um den Marktanteil in dieser Altersgruppe von gegenwärtig rund neun Prozent weiter auszubauen. Geplant seien Formate, die das Internet und das Fernsehen zusammenführten. "Die älteren Kinder sollen sich so mit dem Programm auseinandersetzen können, wie sie es auch mit Myspace oder Youtube in digitalen Portalen tun", so Kottkamp. "Uns sind da zwar als öffentlich-rechtlicher Sender enge Grenzen gesetzt, trotzdem wollen wir Wagnisse eingehen und experimentieren." Dabei müsse auch in Kauf genommen werden, dass Eltern dann vielleicht kritischer auf das Programm schauen.
"Eine Geschichte für 11- bis 15-Jährige sieht anders aus, als eine für 8- bis 10-Jährige. Wir müssen uns deshalb noch sehr viel genauer an dem ausrichten, was ältere Kinder bewegt", erläuterte Kottkamp. Um Teenager als Ki.Ka-Zuschauer zu halten, plädierte er ferner für eine verlängerte Sendezeit nach 21.00 Uhr. "Klar ist aber auch, wenn wir zwei Stunden länger senden, dann geht das nicht zum Nulltarif. Anstrengungen in diese Richtungen zu unternehmen, sind es aber wert." (Annett Gehler, dpa) / (jk)