Fujitsu stellt Fahrerassistenz-Videosystem mit 3D-Rundumsicht vor

Die Entwicklungsabteilung des japanischen Elektronikkonzerns Fujitsu präsentiert in New York derzeit ein Fahrerassistenz-Videosystem, das virtuelle Sichten aus verschiedenen Perspektiven auch auf das Fahrzeug und die Fahrzeugumgebung ermöglicht.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Die Entwicklungsabteilung des japanischen Elektronikkonzerns Fujitsu präsentiert derzeit auf dem 15th World Congress on Intelligent Transport Systems (ITS) in New York das eigenen Angaben zufolge weltweit erste Fahrerassistenz-Videosystem, das eine komplette 3D-Rundumsicht in Echtzeit sowie virtuelle Sichten aus verschiedenen Perspektiven auch auf das Fahrzeug und die Fahrzeugumgebung ermöglicht. Das von den Fujitsu Laboratories konzipierte System arbeitet dabei mit insgesamt vier im Fahrzeug integrierten Kameras, die den Nahbereich rund ums Auto (vorne, hinten, seitlich) abdecken. Die Videobilder werden von einer neuen Projektionssoftware ("3-D virtual projection/point of view conversion technology") so aufbereitet, dass das Fahrzeug in einer Art virtuellen Schale liegt, deren Seitenwände durch nach oben gewölbte 3D-Projektionen gebildet werden.

Laut Fujitsu kann nun von verschiedenen Punkten dieser Schalenprojektion aus ein anderer Punkt anvisiert und diese Perspektive innerhalb von 30 Millisekunden auf einem Display im Fahrzeuginneren angezeigt werden. Der Fahrer kann also etwa beobachten, wie sich die Situation hinter dem Auto darstellt, wenn man sie von einem Bereich vor der Motorhaube aus betrachtet. Ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Ansichten – zweidimensionale Kamerasysteme, Rück- und Seitenspiegel – soll unter anderem sein, dass keine toten Winkel die Sicht einschränken. Dies gelte auch für Abbiege- oder Einparkvorgänge. Prozessorseitig kommt ein in 90-nm-Technik gefertigter SoC (MB86R0) mit ARM-CPU und OpenGL-ES-Unterstützung (Open Graphics Library for Embedded Systems) zum Einsatz, sowie ein spezieller Videochip, der die Bilder der vier Kameras zu einer Art Panoramaview vereint, ähnlich wie man es von der Fotografie her kennt.

Bis zur Marktreife des Systems dürfte es allerdings noch ein weiter Weg sein, was nicht zuletzt an der äußerst gewöhnungsbedürftigen, weil perspektivisch sehr verzerrten Darstellung liegt. Das Gebiet der optischen Fahrerassistenzsysteme ist für Fujitsu eigenen Angaben zufolge aber sehr interessant, weshalb weitere Entwicklungen und Tests folgen sollen. Der World Congress on Intelligent Transport Systems ist mit rund 10.000 Teilnehmern die weltweit größte Veranstaltung auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie für den Transportsektor. Europa ist mit etwa 900 Delegierten vertreten. Zu den ausstellenden Firmen gehört etwa Mercedes-Benz, das Car2Car- und Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation, Techniken zur Fahrzeugumfelderkennung sowie Methoden zur Messung der Fahrerbelastung präsentiert. Auch zeigt der Konzern erstmals das komplett Internet-basierte Infotainment-System "myCOMAND". (pmz)