Museum für Kommunikation eröffnet
Im neu eröffneten Museum für Kommunikation wird vom Rauchzeichen bis zur E-Mail die Geschichte der Post und Telekommunikation erzählt.
Drei sprechende Roboter begrüßen die Besucher im neuen Berliner Museum für Kommunikation. "Komm-Rein!", "Also-Gut!" und "Mach-Was!" heißen die fast mannshohen Wesen, die durch die prächtige wilhelminische Vorhalle des ehemaligen Reichspostmuseums nahe des Potsdamer Platzes gleiten. Nach vierjähriger Sanierung wird das älteste Postmuseum der Welt am Freitag im Beisein von Bundespräsident Johannes Rau unter dem neuen Namen Museum für Kommunikation wieder eröffnet.
Vom Rauchzeichen bis zur E-Mail wird dort über vier Etagen die Geschichte der Post und Telekommunikation erzählt. Neben der modernen Computer-Technik werden auch Briefmarken-Legenden wie die Blaue Mauritius, alte Postkutschen und Briefkästen aus aller Welt gezeigt. Für die Besucher ist das Haus ab Samstag offen. Die mit Köpfen aus alten Staubsaugern, Haartrocknern und Waagen ausgestatteten Roboter erklären am Eingang freundlich den Weg durch das Museum, berichten über die Geschichte des Hauses oder animieren ihr Gegenüber einfach zum Ball spielen. Lässt sich der Besucher auf ihr Spiel ein, ist er schon mitten drin im neuen Ausstellungskonzept.
"Unser Museum soll zur Kommunikation anstiften und nicht nur Geschichte aufarbeiten", sagt Museumsdirektor Joachim Kallinich. Zielgruppe seines Museums sind vor allem Kinder und Jugendliche. "Heute lernen die Erwachsenen von den Kindern den Umgang mit den neuen Medien." Für den Praxis-Test stehen im Museum genügend Computer-Terminals bereit. Aber auch künstliche Rauchzeichen, eines der ältesten Kommunikationsmittel, können die Besucher geben.
Die Schätze des Museums liegen im Keller. In einem abgedunkelten Saal sind 17 Raritäten ausgestellt. Eines der kostbarsten Stücke ist die vom Museum bereits 1903 angekaufte Blaue Mauritius, die einen Sammlerwert von 3,4 Millionen Mark hat. Von der Briefmarken-Legende gibt es weltweit nur noch zwölf Stück. Auch das erste deutsche Telefon, 1863 von Philipp Reis entwickelt, ist in einer der beleuchteten Vitrine zu bestaunen.
Einen Einblick in die Arbeit der Nachrichtendienste und ihre Verschlüsselungstechniken gibt es zwei Stockwerke höher. Auch die Entwicklung des Massenmediums Fernsehens wird dokumentiert. Vor allem die vielen Original-Stücke faszinieren: Briefkästen aus dem alten Preußen, Siegel, Morse-Apparate, die ersten Telefongeräte, Kameras, Fernschreiber und Fax-Geräte.
Das Museum für Kommunikation versteht sich aber ausdrücklich nicht als Post-Firmenmuseum. Zusammen mit den Postmuseen in Frankfurt am Main, Hamburg und Nürnberg gehört das Berliner Haus unter das Dach einer Museumsstiftung mit Sitz in Bonn. Träger der Stiftung sind die Deutsche Post und die Deutsche Telekom. (Elke Vogel, dpa) (jk)