Der unkaputtbare Speicher
Spanische Forscher arbeiten an einem neuen Datenmedium, dem Umwelteinflüsse nichts anhaben können.
- Reiner Wandler
Spanische Forscher arbeiten an einem neuen Datenmedium, dem Umwelteinflüsse nichts anhaben können.
Wer kennt es nicht, das Problem mit den Magnetverschlüssen an Taschen, Geldbörsen und Koffern? Kreditkarten entmagnetisieren sich in ihrer Nähe, USB-Sticks verlieren Daten. Bald schon soll das Problem gelöst sein, verspricht ein Forscherteam am Institut für Materialwissenschaften in Barcelona (ICMAB). Zusammen mit Kollegen in Berkley und Prag haben sie ein Speichermedium entwickelt, das gegenüber Magnetfeldern resistent ist.
"Wir arbeiten mit Hochdruck, um spätestens im Herbst einen ersten Prototyp eines USB-Sticks mit der neuen Technik vorstellen zu können", erklärt der Physiker Josep Fontcuberta. Der werde zwar nur ein Kilobyte Speicherplatz haben. "Doch es geht erst einmal nur darum zu beweisen, dass die Technik funktioniert." Statt mit ferro- magnetischem Material, wie in den her- kömmlichen Speichermedien üblich, arbeitet das Team seit zwei Jahren mit einer Eisen-Rhodium-Legierung. Das Besondere an diesem Material: Es ist bei Raumtemperatur antiferromagnetisch. Unter Hitze ändert es seine Eigen- schaften und wird ferromagnetisch.
"Wir beschreiben den Speicher im ferromagnetischen Stadium mit Magneten, wie bei der herkömmlichen Technik auch", sagt Fontcuberta. Dazu ist im USB-Stick ein Minilaser eingebaut, der die rund 20 Nanometer dünne Speicherfolie punktgenau dort erhitzt, wo die Information geschrieben wird. Sobald der Speicher auf Raumtemperatur abkühlt, behält er die Information und ist resistent gegenüber Magnetfeldern. (bsc)